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gefunden im Forum von Dirk Müller

dawn am 02.01.2018 um 15:59 Uhr

Lieber Dirk Müller
Ihre Andeutungen zu den von außen gesteuerten und inszenierten „Bürgerprotesten“ im Iran sind zwar alle richtig, aber merkwürdig vage und damit für viele Zuhörer, die sich noch nie die Mühe gemacht haben, mit Hilfe von Büchern oder Internet-Recherchen mal hinter die Kulissen zu blicken, letztlich in keinster Weise erhellend.
Ich möchte daher nur einige wenige Textpassagen aus dem sehr lesenswerten, im Juni 2017 erschienenen Buch von F. William Engdahl „Geheimakte NGOs“ zitieren, in dem er sehr detailliert die mörderische Politik amerikanischer Geheimdienste und ihrer Finanziers unter Nutzung von NGOs, die nur deshalb ins Leben gerufen und aus dubiosen Töpfen finanziert werden, um unter dem Deckmantel der „Demokratisierung“ unliebsame Regierungen aus dem Amt zu jagen:


„Die Zerstörung von Nationen im Namen der Demokratie: Im vorliegenden Buch zeichne ich eine Entwicklung nach, die in der Tat eine unheimliche moderne Anwendung von George Orwells Doppeldenk ist (aus seinem Roman „1984“, in dem im Staat Ozeanien Doppeldenk mit Parolen durchgesetzt wurde wie »Krieg ist Frieden«, »Freiheit ist Sklaverei«, und »Unwissenheit ist Stärke«)
und die man durch den Leitgedanken »Demokratie ist Tyrannei« kennzeichnen könnte.
Es ist die Chronik einer der destruktivsten und effektivsten Operationen, die je von den Geheimdiensten eines modernen Staates ins Werk gesetzt wurden (…) Es ist die Chronik eines gigantischen Projekts, das über Jahrzehnte hinweg von den Geheimdiensten der Vereinigten Staaten entwickelt wurde.
Seine Wurzeln gehen zurück auf die von der CIA gesteuerten französischen Studentenrevolten im Mai 1968, die das Ende der Präsidentschaft von Charles de Gaulle besiegelten, eines fest entschlossenen Gegners der US-amerikanischen Globalhegemonie.
Was Washington damals jedoch beabsichtigte, ahnte fast niemand außer einem kleinen Kreis Eingeweihter in der CIA und dem US-Außenministerium sowie einigen hochrangigen Pentagon-Beamten und deren Verbündeten in regierungsnahen Thinktanks wie dem New York Council on Foreign Relations.
Die US-Regierung bereitete eine bis ins Detail abgestimmte Serie von Regimewechseln (…) vor.
Die dabei verwendeten Parolen lauteten »Einführung einer Demokratie im US-Stil, Freiheit, Menschenrechte, freie Marktwirtschaft«.
Was dabei jedoch herauskam, war eine Tyrannei, in einigen Fällen – wie der Ukraine – sogar weitaus schlimmer als unter dem Sowjetregime.
Washingtons Regimewechseloperationen wurden aufgrund der ausgeprägten Farbmotive, die mit ihnen einhergingen, als »Farbrevolutionen« bekannt:
-) so die Orange Revolution in der Ukraine,
-) die Rosenrevolution in Georgien,
-) die Grüne Revolution im Iran (anlässlich der Wahlen im Sommer 2009) und so weiter.
Jedes Mal wurde damit eine Nation ins Fadenkreuz genommen, die der Vision David Rockefellers von einer »einheitlichen Welt« (siehe untenstehende Legende) oder Bill Clintons unschuldig klingender »Globalisierung« im Wege stand.
Was Washingtons Farbrevolutionen in Wahrheit ausmachte, war das Bestreben, die ehemaligen kommunistischen Führer durch handverlesene, US-gefügige Politiker zu ersetzen, die bereit waren, die Kronjuwelen und die Bevölkerung ihres Landes an westliche Finanzhaie und Plünderer wie den milliardenschweren Börsenspekulanten George Soros zu verkaufen.
Die größte Herausforderung für Washington und die mächtigen Lobbygruppen der Industrie- und Finanzwelt, die mit ihrem Geld die Kongressabgeordneten und Präsidenten kontrollieren, war paradoxerweise das Ende des Kalten Krieges Ende 1989. Es gab auf einmal keinen »Feind« mehr, der die kontinuierlichen gigantischen Rüstungsausgaben des amerikanischen Militärs oder die Existenz der NATO gerechtfertigt hätte.
(…)
Das US-Establishment sah sich mit einer großen Herausforderung konfrontiert: Wie konnte man vor den amerikanischen Steuerzahlern einen verschwenderischen Verteidigungshaushalt von hunderten Milliarden Dollar rechtfertigen – im Kampf gegen einen Feind, der gar nicht mehr identifiziert werden konnte?
Wäre es nicht viel sinnvoller gewesen, eine »Friedensdividende« zu schaffen, um mit den gleichen Milliarden die rapide verfallende wirtschaftliche Infrastruktur Amerikas zu sanieren?
Der damalige Vorsitzende des Generalstabs, Colin Powell, brachte das Dilemma gegenüber der Army Times wie folgt auf den Punkt: »Denkt mal gründlich darüber nach: Mir gehen die Schurken aus. Mir gehen die Bösewichte aus. […] Jetzt bleiben mir nur noch Castro und Kim II Sung.«
Dieser Missstand (dass die hunderten von Milliarden Dollar für das Militär nicht mehr zu rechtfertigen waren) erforderte eine baldige Lösung.
Anstatt sich bei der Durchsetzung seiner globalen Agenda allein auf offene militärische Stärke zu verlassen, brachte Washington eine neue Waffe zum Einsatz: Es sollten scheindemokratische NGOs (Nichtregierungsorganisationen) genutzt werden, um nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion auf verdeckte Weise US-gefügige Regierungen an die Macht zu bringen, und zwar in allen strategisch wichtigen Regionen der Welt.
Unter der Parole »demokratische Freiheit« sollte eine neue Gewaltherrschaft eingeführt werden, die durch »freie Marktwirtschaft« globalen Banken und westlichen multinationalen Konzernen Tür und Tor öffnen würde.
(…)
Schon bald erhielt Washingtons »Demokratieförderung« eine anschaulichere Bezeichnung, nämlich »Farbrevolutionen«, Bezug nehmend auf die schicken Farbschemen, von denen die US-gesteuerten Bemühungen um einen Regimewechsel seitens des NED und anderer US-gelenkter NGOs unweigerlich begleitet waren (NED siehe untenstehende Legende).
Anfang 1983 überzeugte Reagans damaliger CIA-Direktor, William J. »Bill« Casey, den Präsidenten, eine Art Schatten-CIA ins Leben zu rufen, eine scheinbar private NGO, die der öffentlichen Prüfung und Kritik entgehen sollte, von der damals die CIA geplagt wurde. In dieser Hinsicht äußerte sich Allen Weinstein, Mitverfasser der Gründungsakte des NED, 1991 freimütig in einem Interview gegenüber der Washington Post: »Vieles von dem, was wir heute tun, wurde vor 25 Jahren verdeckt von der CIA erledigt.«
Die späten 1970er-Jahre waren schlechte Zeiten für die geheimnis- krämerische Spionageagentur der US-Regierung gewesen. CIA-Abtrünnige und Whistleblower wie James Agee, L. Fletcher Prouty und Victor Marchetti
hatten Einzelheiten zur verdeckten CIA-Finanzierung internationaler Studentenorganisationen veröffentlicht,
(…) sowie zur Rolle der CIA (…) bei Staatsstreichen wie im Iran, in Vietnam, Guatemala oder Chile.
(…)
selbst das Bekanntwerden entschärfter CIA-Skandale hatte verheerende Auswirkungen auf verdeckte US-Operationen in aller Welt. Um weiter die gleichen Regimewechsel inszenieren zu können, jedoch ohne das CIA-Stigma, erschufen CIA-Direktor Casey und eine kleine Gruppe von Agenten bei der CIA und beim National Security Council eine Organisation, die sie National Endowment for Democracy (NED) nannten.
In einem Brief an Präsident Reagans Stabschef des Weißen Hauses, Edwin Meese III, (…) regten 1983 Casey und der ranghohe CIA-Propagandaspezialist Walter Raymond jr. an, eine Finanzierungsstruktur zu kreieren, um die alte private Tarnorganisation der CIA, Freedom House, und andere Organisationen außerhalb der offiziellen US-Regierung zu unterstützen.
Jene »privaten« Gruppen sollten Propaganda und politische Operationen in ausgewählten Ländern betreiben, wo die CIA dies zuvor verdeckt getan hatte.
Sie stellten sich vor, eine vom US-Finanzministerium bezahlte, aber scheinbar private Organisation zu gründen, die als Kanal für die Gelder dienen sollte. Das »private« NED sollte von der United States Information Agency (USIA), dem offiziellen Propagandaarm des Außenministeriums, »bezuschusst« werden.
Nach Aussage von Joshua Muravchick, einem anfänglichen Hintermann des NED, sollte das NED so etwas sein wie »eine zweite Isolationsschicht zwischen den Empfängern [von US-Regierungsgeldern] und der US-Regierung. (…)
Gelder, die zwar vom US-Finanzministerium stammen, aber von einer unabhängigen Privatorganisation verteilt werden, die an keine bestimmte US-Behörde gebunden ist, sind akzeptabler.«
Casey war sehr darauf bedacht, dass der geheime Arm der CIA niemals sichtbar an die neuen Organisationen oder andere angegliederte NGOs geknüpft sein dürfe. Zu viele geheime Operationen – der Staatsstreich gegen den iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh (1953), (…) oder der Sturz von und das spätere Attentat an Salvador Allende in Chile (1973) – waren als verdeckte Planspiele der CIA aufgeflogen.
(…)
Casey und Raymond wollten an der Praxis der Regimewechsel festhalten, sie sollten aber am helllichten Tag geschehen, ausgeführt von »prodemokratischen« NGOs.
Wie konnte irgendein normaler Bürger schon gegen »Demokratie« sein?,
so überlegten sie sich. Die weitere Beteiligung der CIA bei internationalen Staatsstreichen und Regimewechseln sollte also durch vorgeschobene private NGOs wie Freedom House, das NED und ähnliche Institutionen verdeckt werden.
(…)
Das NED und Freedom House sollten gemeinsam daran arbeiten, in die inneren Angelegenheiten von Ländern in aller Welt einzugreifen,
-) nötigenfalls unerwünschte Regierungen abzusetzen,
-) Geld für alternative, regierungskritische Zeitungen auszugeben,
-) Oppositionsführer auszubilden, etc.
Weil aber solche offenen Manipulationen in aller Öffentlichkeit ausgeübt würden, ohne den Versuch, etwas zu verbergen, würden Regierungen mit einem Protest gegen die US-Einmischung einen »antidemokratischen Eindruck« machen, da ja die NGOs nichts weiter als »Demokratieförderung« betrieben.
In Wahrheit war jene »Demokratieförderung« ein nur notdürftig verhüllter Versuch der CIA und des Außenministeriums, unliebsame Regierungsoberhäupter loszuwerden und sie durch US-freundliche Machthaber zu ersetzen.“
An diesem Punkt muss ich stoppen, weil es sonst viel zu viel Text würde.
Ich kann jedem Cashkurs-Leser nur dringend ans Herz legen, dieses Buch „Geheimakte NGOs“ selber zu lesen.
Nahezu auf jeder Seite erlebt man deprimierende und ernüchternde Einblicke in diese korrupte Welt der Globalisierer, Hochfinanzen, US-Geheimdienste und deren NGO-Anhängsel.
Absolut lesenswert zum Beispiel die Kapitel zur Ausplünderung Russlands unter Mithilfe des Schweizer Bankiers Baruch »Bruce« Rappaport, einem obskuren Finanzier, der als Kind russischer Emigranten in Haifa geboren worden war, durch George Soros (wieder einmal), durch Edmond Safras Bank of New York, und gemeinsam mit Safra durch das Schweizer Joint Venture »Bank of New York – Inter Maritime Bank«, ein Konstrukt, das 1999 von US-Bundesermittlern das Attribut »wahrscheinlich einer der größten Geldwäschebetriebe in den Vereinigten Staaten« erhielt, usw. usw.
Absolut lesenswert auch die menschenverachtenden Aktionen, unter Anführung von NGOs wie der NED, Jugoslawien zu zerstören, das heißt, die Aufspaltung des Landes in kleine Nationen voranzutreiben, in Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien, später dann noch Montenegro und schließlich Kosovo, indem die CIA unter Mithilfe von NGOs den Dschihad nach Bosnien importierte, unter Rückgriff auf „bewährte“ Führungspersönlichkeiten wie Zalmay Khalilzad, einst enger Berater von Präsident Carters Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski und einer der Architekten der US-Mudschaheddin-Strategie im afghanischen Krieg der 1980er-Jahre. Khalilzad befürwortete damals, dass die USA den politischen Islam aggressiv als Waffe benutzen sollten – nicht nur gegen die sowjetische Kontrolle in Afghanistan, sondern auch direkt »hinter den feindlichen Linien« in den muslimischen Ländern der Sowjetunion in Zentralasien, also in Tschetschenien, Usbekistan und darüber hinaus, z.B. nach Bosnien-Herzegowina mit seiner muslimischen Minderheit in Ex-Jugoslawien.
Nachfolgend noch die beiden Legenden zu der Rockefeller Idee der Globalisierung zu einer One World als neuer Weltordnung, und zur NED:

David Rockefeller: Memoires, S. 405, zu finden unter: http://opengov.ideascale.com/a/dtd/David-Rockefeller-s-book-Memoirs-admits-secretly- conspiring-for-a-NWO/4007-4049. Der original Wortlaut des Zitats ist folgender: »Some even believe we [Rockefeller family] are part of a secret cabal working against the best interests of the United States, characterizing my family and me as ,internationalists‘ and of conspiring with others around the world to build a more integrated global political and economic structure — One World, if you will. If that’s the Charge, I stand guilty, and I am proud of it.« 
Colin Powell, ehemaliger Vier-Sterne-General, Außenminister der USA unter Bush Junior, mit seinem berühmt berüchtigten Auftritt am 05. Februar 2003 vor dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen, wo er für den Sturz Saddam Husseins plädierte, da dieser im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei.
NED: National Endowment (endowment = Stiftung) for Democracy. Zitat von der offiziellen Webseite: “The National Endowment for Democracy (NED) is a private, nonprofit foundation dedicated to the growth and strengthening of democratic institutions around the world. Each year, NED makes more than 1,000 grants to support the projects of non-governmental groups abroad who are working for democratic goals in more than 90 countries.”