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Cybersicherheit und das mysteriöse Labyrinth der Sexualität

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Von Siegfried von Xanten

Ein Sumpf ist ein terrestrischer Lebensraum. Mit stehendem Wasser und schlammigem Boden, ohne dass sich an der Oberfläche Torf ausbildet. Oder einfach ein korrupter, zweifelhafter, krimineller, anrüchiger, dubioser, unhaltbarer Zustand. Im übertragenen Sinn. Den Torf können wir jetzt mal vergessen.

Pizza, Sumpf und Robo-Dolls.

Die Wege des Herrn sind unergründlich. Da können auch schon mal die unmöglichsten Dinge zusammengebracht werden. Der Heilige Vater weiß das.

Patricia Gutierrez ist Geschäftsführerin. Von EIDistrito.com. In Kolumbien. Dieser Tage hat sie ihre Sex-Puppen in Bogota vorgestellt. Patricia Gutierrez verkauft und vermietet Sex-Puppen. Online. Die Kunden sind sehr interessiert. 14 von 10 Personen haben sich für die Mietvariante angemeldet. Die Puppen sprechen individuelle Fantasien, Paar- und Gruppenfantasien an. Besonders beliebt sind sie bei Junggesellenabenden. „Auch die Kommentare sind sehr gut.“, sagt Frau Gutierrez.

Der Heilige Vater ist Junggeselle. Wie er seine Abende verbringt, weiß ich nicht.

Lucy, Laura, Anya, Venelope und Erene haben einen Twitter-Account. Und Hunderte Anhänger. Follower heißt das heute.

Lucy raucht. Zigarette oder Zigarre. „Warum auch nicht, schließlich hat man noch nie von einer krebskranken Gummipuppe gehört.“

Anya mag es natürlich und stellt sich gern zwischen ihre Zimmerpflanzen. Und zieht sich gemütlich an.

Venelope zieht sich meist gar nichts an. Und liegt gern in der Botanik. Die Follower wissen das zu schätzen.

Lucy, Laura, Anya, Venelope und Erene sind Luxusmodelle. Man muss sie nicht aufblasen. Und sie quietschen nicht.

Sie kosten so viel wie ein Mittelklassewagen. Allerdings spart man den Ölwechsel. Und sie sind klimafreundlich, was dem Heiligen Vater gefallen dürfte. Und sie sind nicht pervers. Weil sie den anthropogenen Klimawandel nicht leugnen. Was dem Heiligen Vater noch mehr gefallen dürfte.

Karley Sciortino ist Expertin. Für das mysteriöse Labyrinth der Sexualität. Sexpuppen sind im Kommen. Sie werden Menschen immer ähnlicher. Dank K.I.. Bald werden sie den Menschen überholt haben. Hat Professor Hawking gesagt. Ob rechts oder links muss sich dann zeigen.

Karley Sciortino hat die erste männliche Sexpuppe getestet. Sie fühlte sich zunächst unwohl. Aufgrund linguistischer Defizite. Daran muss also noch gearbeitet werden. Nach dem Test war Frau Sciortino voll überzeugt.

Die Puppe wurde nicht befragt.

An der sprachlichen Kompetenz lässt sich, wie gesagt, noch arbeiten. An der Physiognomie auch. In China scheint man da besonders kreativ. Ein Chinese baut sich einen Scarlett-Johansson-Roboter. Scarlett Johanssons Vater Karsten ist Däne und Architekt. Ihre Mutter Melanie Sloan kommt aus einer aschkenasischen Familie.

Ebenfalls aus China kommt eine männliche Puppe. Mit Dreitagebart, hellblauen Augen und einem markanten Grübchen am Kinn. Und mit dem Gesicht von Til Schweiger. Von einer chinesischen Spielzeugfirma. In seiner neuen Rolle heißt er Baldric und ist MG34-Schütze aus der dritten SS-Panzerdivision.

Wichser ist die Bezeichnung für einen männlichen Versager. Oder Blödmann. Gerne auch für Beleidigungen verwendet. Zunehmend gebräuchlich sind auch Komposita. Zum Beispiel Betroffenheits-Wichser.

„Da kann man einfach nur sagen: Wichser!“ Sagt der flüchtlingsengagierte Til Schweiger. Und er ergänzt: „Ich bin so auf die Welt gekommen.“

Nick Patterson ist Dozent für Cybersicherheit. Er sagt, dass bei Sexpuppen der Spaß ganz schnell aufhört. Und das nicht erst bei der dritten SS-Panzerdivision. Hacker können sich in eine Sexpuppe „hacken und volle Kontrolle über Arme, Beine und beigefügte Werkzeuge übernehmen, wie in manchen Fällen Messer oder Schweißgeräte.“

Wie ist das zu verstehen? Schweißgeräte für die ganz Perversen? Das wären laut Heiligem Vater dann alle Leugner des anthropogenen Klimawandels.

Man kann sie dazu benutzen, „körperliche Handlungen vorzunehmen und Schaden anzurichten“. Heute lässt sich ja alles miteinander verbinden. Handys, Kühlschränke, Sexpuppen und was es nicht alles gibt. Und das ist die gefährliche Schwachstelle der Robo-Love-Dolls.

Hier schließt sich der Kreis.

Und da erschließen sich ganz neue Einsatzgebiete. Für die Podestas und Pizzaliebhaber dieser Welt. Und die Sicherheitslücke. Und den Sumpf.

Exitus beim Koitus. Sagt auch Bild.

Allen ein besinnliches Julfest, magische Rauhnächte sowie geruhsame Tage.

Quelle