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Michael Winkler

Danke für Ihre Reaktionen auf meinen speziellen „Hausbesuch“. Da die Obrigkeit so daran interessiert ist, mich vom Netz zu nehmen, werde ich nun doch den einen oder anderen Tageskommentar einstellen. Wenn ein Staat derartige Angst vor einem Einzelnen hat, der weder Waffen besitzt noch zu Gewalt aufruft, ist das kein Zeichen von Stärke, sondern das genaue Gegenteil. Wir waren in Deutschland schon einmal bedeutend weiter, rühmten uns als Land der Dichter und Denker. Intellektuell sind wir wieder in die Zeit der Hexenverfolgung zurückgefallen, als Land der Richter und Denkverbote.

Horst Seehofer wurde als Parteichef bestätigt, mit 84% hat er zwar das schlechteste Ergebnis seiner Karriere erzielt, doch das sind zum einen zwei Prozent mehr, als Martin Schulz bei der SPD erhalten hat, zum anderen mehr als doppelt soviel, wie er bei der Bundestagswahl für die CSU geholt hatte. Rein persönlich kann er somit feststellen, daß die Partei noch hinter ihm steht. Wie viele Parteifreunde dabei einen Dolch im Gewand tragen, lasse ich dahingestellt.

Markus Söder wurde per Akklamation zum Spitzenkandidaten und zukünftigen Ministerpräsidenten erhoben. Allerdings ist er ein eher zauseliger Kandidat: Er gibt keinerlei Wahlziel aus, weder die absolute Mehrheit, noch eine andere Zahl, also 40 plus oder minus X. Er weiß demnach ganz genau, daß er im heftigen Gegenwind loslegen wird. Eine große Koalition in Bayern wäre die erste Regierungsbeteiligung der dortigen SPD seit 1957. Doch womöglich findet Söders Regierungszeit ein Happy End: 2019 marschiert Nordkorea nach Bayern ein, befreit von dort aus den Rest der BRD und setzt europaweit die Menschenrechte und die freie Meinungsäußerung durch.

Für den Pannensimulationsflughafen Berlin gibt es einen neuen Termin: zweite Hälfte 2020. Nun ja, schnell und termingerecht baut man in Erdogans Türkei, in der heruntergewirtschafteten Bananenrepublik Merkeldeutschland geht das nicht. Andererseits, am Kölner Dom hat man 632 Jahre lang gebaut, und fertiggestellt haben den nicht etwa die Kölner, sondern die Preußen. Wobei die Düsseldorfer die Kölner deswegen bedauern, weil sie sich für ihren Dom noch nicht einmal eine Uhr haben leisten können.

Die Deutsche Bahn AG hat eine neue Vorzeigestrecke von Berlin nach München eröffnet. Dort fahren hin und wieder die modernsten Züge des Unternehmens, und wenn sie tatsächlich fahren, schaffen sie die Strecke in vier Stunden. Allerdings merkt man deutlich, daß wir nicht in Japan sind. Dort kann man nach dem Shinkansen die Uhr stellen, während der merkeldeutsche ICE 3 „Sprinter“ schon mal ein einstündiges Nickerchen zwischendurch einlegt und die Einhaltung des Fahrplans ein Lotteriespiel darstellt. Bei den Pannen, die bei der Eröffnung dieser ICE-Prestigestrecke aufgetreten sind, hätte es in Japan einen neuen Bahnchef gegeben, weil der dafür Verantwortliche sich in bester Samurai-Tradition den Leib aufgeschlitzt hätte. In Merkeldeutschland läßt man sich hingegen für eine Verantwortung gut bezahlen, die man nie und nimmer bereit ist zu tragen. Und noch ein kleines Detail am Rande: Der „Sprinter“ ist 300 km/h schnell, die Strecke beträgt 600 km. Somit ergibt sich eine Fahrzeit von – richtig, vier Stunden. Das ist bei der Deutschen Bahn nun mal so.

Österreich hat eine neue Regierung aus ÖVP und FPÖ. Da kann man nur gratulieren! Bei uns hingegen gilt:

16 Jahre Merkel werden schlimmer als 30 Jahre Krieg.

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