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Die asozialen Steuertricks eines Vorzeige-Gutmenschen

U2-Frontmann Bono: Wasser predigen, selbst Champagner trinken. Um Steuern zu sparen war er Miteigentümer einer dubiosen Briefkastenfirma auf der Ärmelkanal-Insel Guernsey. Diese  besitzt ein Einkaufszentrum in der litauischen Kleinstadt Utena.
Von Thomas Heck
Ich habe heute morgen im Auto lauthals gelacht, als die frohe Botschaft im Radio vernahm: Ausgerechnet Bono. Bono, dessen Songs ich normalerweise sofort wegdrücke. Der U2-Frontmann mit dem Image des Weltverbesserers taucht in den „Paradise Papers“ auf. Für Bono ist der Fall pikant.
Ausgerechnet ein Unternehmen des U2-Sängers, der sich gerne als Weltverbesserer gibt, soll jahrelang keine Steuern gezahlt haben. Er zeigt sich nun entsetzt – doch die Häme prasselt auf ihn ein. Und Bono gibt sich nun reumütig: „Ich nehme die Sache sehr Ernst“. Von den Steuertricks seines litauischen Unternehmens will er nichts gewusst haben.
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Bei den Vorwürfen geht es um ein Einkaufszentrum in Litauen, in das Bono über Firmen in Malta und Guernsey investiert und an dem er noch immer Anteile hat. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, zahlte das Einkaufszentrum in den zehn Jahren seines Bestehens keine Steuern auf Unternehmensgewinne – und das, obwohl es in den vergangenen drei Jahren rund 100.000 Euro Gewinn gemacht haben soll. Die litauische Steuerbehörde hat inzwischen ein Kontrollverfahren eingeleitet.

Bono erklärte nun, nichts von Regelverstößen gewusst zu haben. Er habe sich von der Leitung des Unternehmens versichern lassen, dass alles steuerlich konform ablaufe, erklärt er in einer Stellungnahme. Aber wenn das nicht der Fall sei, sei er genauso wie die Steuerbehörden an einer Aufklärung interessiert. „Ich nehme die Sache sehr Ernst“, so Bono weiter.
„Fakt ist, ich begrüße diese Berichterstattung“, so Bono. Es dürfe nicht erst zu Leaks kommen, damit klar werde, was vor sich gehe. „Es sollte öffentliche Register geben, damit Presse und Öffentlichkeit sehen können, was Regierungen wie Guernsey bereits wissen.“
Laut Bonos Management ist der Sänger ein „passiver Minderheitsinvestor“. Der Vorwurf von Steuervorwürfen sei aber „kategorisch falsch“. Tatsächlich verstoßen Bonos Investments vermutlich nicht gegen Steuervorschriften. Doch durch die Finanztricks vermeidet er es, Steuern zu zahlen – zum Schaden der Allgemeinheit.
Inzwischen hagelt es auch Kritik an Bono, dem viele Heuchelei und Doppelmoral vorwerfen. „100% am Fiskus vorbei, aber ein Prozent großzügig Spenden und dann als Lichtgestalt darstehen“, empört sich unter anderem ein Twitter-Nutzer.
Eine andere Nutzerin schreibt: „Es ist sooo leicht, sich für Arme od. Flüchtlinge einzusetzen, wenn man in einer umzäunten Villa wohnt u. sich vor Steuern drückt.“
Der U2-Sänger setzt sich seit Langem für fairen Handel, Schuldenerlass für Dritte-Welt-Länder und Menschenrechte ein. 2007 sang Bono beim G8-Gipfel in Heiligendamm gegen die Armut in der Welt – just in dem Jahr, in dem er in das litauische Einkaufszentrum investierte.

Steueroasen und Offshore-Strukturen

Steueroasen – Möglichkeiten und Grenzen

Nachdem das internationale Finanzwesen beinahe kollabiert wäre und der globale wirtschaftliche Zusammenbruch nur durch staatliche Rettungspakete abwendbar war, wurde von internationalen Organisationen wie der EU und der OECD klassischen Steueroasen der Kampf angesagt. Staaten, die jahrzehntelang mit Anonymität und Diskretion geworben haben, werden angehalten, sich zum internationalen Informationsaustausch und damit zur Aufgabe ihres Bankgeheimnisses zu verpflichten, wenn sie wirtschaftliche Sanktionen vermeiden wollen.

Ziel dieses Buches ist es, die Möglichkeiten internationaler Steuerplanung aufzuzeigen, dem „oasenfreudigen“ Steuerbürger aber auch die im österreichischen und internationalen Steuerrecht gesetzten Grenzen aufzuzeigen.

Aus dem Inhalt:
Steueroasen und wie man sie nutzen kann
Steueroptimierung mit Stiftungen, Betriebsstätten und Personengesellschaften
Der Trust im internationalen Steuerrecht
Hybride Gestaltungen im Internationalen Steuerrecht
Das Waffenarsenal des Fiskus gegen die Steuerflucht
Der steueroptimale Holdingstandort
Maßnahmen gegen die Steuerflucht auf internationaler Ebene
Tipps für „oasenfreudige“ Steuerbürger


Steueroasen: Entwicklung, Auswirkungen und ihre Rolle in der Weltwirtschaft

Diplomarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich VWL – Makrookonomie, allgemein, Note: 2,0, Eberhard-Karls-Universitat Tubingen, 25 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Steueroasen sind Staaten und Territorien, die genutzt werden, um Steuern in einem anderen Staat in erheblichem Umfange zu hinterziehen oder zu vermeiden.

Die OECD hat daruber hinaus noch weitere Kriterien zusammengestellt, die der Identifikation von Steueroasen dienen sollen: Keine bzw. nur Nominalsteuern, Mangel an effektivem steuerlichem Informationsaustausch, Mangel an Transparenz des Rechts- und Verwaltungssystems sowie das Fehlen realer wirtschaftlicher Aktivitaten, wie etwa bei „Scheingeschaften“ oder „Briefkastenfirmen.“ Das erste Kriterium stellt gleichzeitig auch das wichtigste zur Identifikation von Steueroasen dar.

Der Mangel an effektivem steuerlichem Informationsaustausch kommt in der Weise zum Vorschein, dass Steueroasen ein sehr striktes Bankgeheimnis und weitere Schutzmanahmen aufweisen. Dadurch wird es den auslandischen Steuerbehorden erschwert, die Einkommen, die multinationale Unternehmen in Steueroasen erzielen oder dorthin verlagern, einer genauen Prufung zu unterziehen. Dies tragt weiterhin dazu bei, dass diejenigen von Steueroasen profitieren, die die Herkunft ihres Einkommens verbergen bzw. es in ihren Heimatlandern nicht deklarieren wollen, da die gesetzliche Kontrolle und die finanzielle Offenlegung in Steueroasen unzureichend ist.

Als Steueroasen dienen nicht nur Staaten wie beispielsweise Irland, Schweiz, Andorra, Liechtenstein, Luxemburg und mehrere karibische Inselstaaten, sondern auch international genutzte Finanzzentren wie Zurich, New York, London, Tokio, Singapur, Hong Kong, Paris und Frankfurt. Auch bei diesen Finanzzentren bleiben Einkommen aus Spareinlagen und andere Formen von Kapitaleinlagen meist steuerfrei und ein effektiver Informationsaustausch mit auslandischen Steuerbehorden findet nicht statt. Einige Finanzzentren garantieren ihr