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Es gibt „staatlich organisierten Vorsatz, besonders reiche Steuerzahler ungeschoren zu lassen“

Es wird nichts zur Bekämpfung von massenhaften Steuertricks getan. Denn, es gebe „einen staatlich organisierten Vorsatz, besonders reiche Steuerzahler ungeschoren zu lassen“, so Thomas Eigenthaler, Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft.

Gib eine Beschriftung einAuch Malta ist ein Steuerparadies.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Der Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler, rechnet auch nach den jüngsten Enthüllungen durch die „Paradise Papers“ kaum mit wirksamen politischen Konsequenzen zur Bekämpfung von massenhaften Steuertricks.

Es gebe „einen staatlich organisierten Vorsatz, besonders reiche Steuerzahler ungeschoren zu lassen“, sagte Eigenthaler der „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe). So würden die Staaten mit ihren jeweils unterschiedlichen Steuerrechten „im Grunde genommen gegeneinander arbeiten“.

Außerhalb der EU sei das ohnehin der Fall. „Aber auch innerhalb der EU, wenn man an Malta, Madeira, aber auch an Luxemburg oder Irland denkt“, so Eigenthaler weiter.

Irland etwa werde von der EU-Kommission vor Gericht verklagt, um vom Konzern Apple 13,5 Milliarden Euro an Steuern nachzufordern. Doch das Geld wolle Dublin gar nicht. „Es ist schon mehr als kurios, wenn man einen Staat zum Jagen tragen muss, damit er seine Steuern eintreibt“, sagte Eigenthaler. (dts)

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»Shaxson verbindet akribische Recherche mit amüsanten Anekdoten. Daraus resultieren eine sehr lesbare Beschreibung der düsteren Welt des Offshore und ein eindringlicher moralischer Appell, der zur Änderung des Systems aufruft.« (Financial Times)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Nicholas Shaxson, geboren 1966 in Malawi, lebt in Zürich. Der britische Journalist schreibt u. a. für Financial Times, Reuters und BBC und ist Autor von Poisoned Wells. The Dirty Politics of African Oil (2007). Shaxson schreibt und recherchiert außerdem für das Tax Justice Network und ist Associate Fellow beim Think-Tank Chatham House in London.