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Erzbischof gerät für Pro-Einwanderungs-Aussagen in die Kritik

WARSCHAU. Ein polnischer Erzbischof hat für seine Ankündigung, jeden Priester zu suspendieren, der sich an einer Anti-Einwanderungs-Demonstration beteiligt, scharfe Kritik geerntet. „‘Meine Kirche‘ und ‘meine Priester‘ gibt es nicht. Die Kirche gehört Christus. Was Suspendierungen angeht, dann zuerst Homosexuelle“, kritisierte der durch seinen Widerstand gegen das kommunistische System bekannte katholisch-armenische Priester und Publizist Tadeusz Isakowicz-Zaleski.

Polens Primas und Erzbischof von Gnesen Wojchiech Polak hatte zuvor in der Wochenzeitung Tygodnik Powszechny beklagt, daß Gebetsveranstaltungen für Asylsuchende immer weniger Gläubige anziehen würden. Doch ein Christ könne sich vor einem Flüchtling nicht verschließen. „Falls ich höre, daß in Gnesen irgendeine Anti-Flüchtlings-Demonstration stattfindet und daß sich daran meine Priester beteiligen, da sage ich knapp: Jeder, der dorthin geht, wird suspendiert.“

Screenshot-2017-10-20 Erzbischof gerät für Pro-Einwanderungs-Aussagen in die Kritik

Es gehe ihm nicht um eine „gewöhnliche Öffnung der Grenzen ohne jegliche Kontrolle, aber um kluge, systematische Hilfe, die wir geben könnten und sollten und die für uns keinerlei Bedrohung darstellt“. Er spreche sich jedoch nicht für eine politische Seite aus, sondern wolle lediglich an die Fundamente der kirchlichen Gesellschaftslehre erinnern.



„Der Primas will leere Kirchen. Und wird sie bekommen. Wessen Kirche soll das sein? Die von Selbstmördern?“, fragte der Chefredakteur des Boulevardblattes Super Express, Sławomir Jastrzębowski, ironisch auf Twitter. Auch der Publizist und ehemalige Chefredakteur des Fernsehsenders Telewizja Republika, Tomasz Terlikowski, widersprach Polak: „Die Drohung mit Suspendierungen gegen Anti-Flüchtlings-Pfarrer kann man schwerlich als dialogorientiert bezeichnen, und noch weniger als unpolitisch. Der Primas Polens betreibt Politik.“ (ls/ru)

Quelle


Die verbotenen Evangelien

Das christliche Wissen vom Leben und Sterben Jesu gründet vornehmlich in den Darstellungen und Aussagen der Bücher des Neuen Testaments. Aber es gibt weit mehr Schriften aus der Frühzeit des Christentums, die von Jesu Leben, seinen Worten und Taten, von seinem Tod und seiner Auferstehung künden.

Es handelt sich um Werke aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert, die nicht in die Bibel aufgenommen, nicht für die Lesung in Gottesdiensten zugelassen und schließlich auch verboten wurden. Auch wenn die Apokryphen aus der großkirchlichen Tradition des Christentums hinausgedrängt wurden, sind sie beeindruckende Zeugnisse einer vielseitigen frühchristlichen Schrift und Glaubenstradition.

Im vorliegenden Werk sind die wichtigsten dieser antiken Texte gesammelt, neu übersetzt und kommentiert. Für die Neuausgabe wurde die Sammlung um das Evangelium der Maria Magdalena und das Judasevangelium erweitert, die aktuell großes Interesse auf sich gezogen haben.


Der heilige Schein

Schwarzbuch katholische Kirche

Bis zu seinem Outing Anfang 2010 hatte David Berger eng mit dem einflussreichen erzkatholischen Lager zu tun, das den Anspruch der Kirche als höchste moralische Instanz verteidigt, tatsächlich aber von Doppelmoral geprägt ist. In seinem sehr persönlichen Buch deckt Berger das perfide Unterdrückungssystem scheinheiliger Kirchenoberer auf. Er erzählt, warum so viele Schwule sich von einer Institution angezogen fühlen, die nach außen Homosexualität verteufelt, und warum Gewalt und Missbrauch in der Kirche so viel Platz einnehmen konnten. Ein Insiderbericht, der aufrüttelt.

»Ich wünsche mir eine andere Einstellung zur Homosexualität und eine große Ehrlichkeit beim Thema Sexualität. Und ich würde mir wünschen, dass denjenigen, die die erzkonservativen Kräfte so überstark fördern, die Augen aufgehen, vor welcher Gefahr die katholische Kirche steht. Wenn sie sich denen zu sehr nähert, wird die Kirche abdriften zu einer fundamentalistischen Sekte, die nur noch marginale Bedeutung in Europa hat.« David Berger

»Dieses Buch gehört zum Unglaublichsten, was derzeit über die katholische Kirche zu lesen ist.« Die Zeit

»Der heilige Schein trifft den Nerv der Kleriker-Kirche und des Ratzinger-Pontifikats.« Tages-Anzeiger