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Unter Heuchlern – Messetag 1

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Der linksgestrickte Mainstream hat die Gefahr, ins Totalitäre abzurutschen, zu spät erkannt, zum Teil aber wenigstens erkannt. Das führt zu grotesken Situationen, wie hier beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Götz Kubitschek erzählt …

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels steckt in der Zwickmühle: Er verteidigt unsere Teilnahme an der Messe (Meinungsfreiheit) und demonstriert zugleich gegen unseren Stand.

von Götz Kubitschek

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Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Angeführt vom Geschäftsführer, Alexander Skipis, zog ein Grüppchen von 20 Leuten mit Schildern gegen Rassismus und für Vielfalt und Toleranz an unserem Stand vorbei, und zwar zweimal, weil beim ersten Mal nicht alle Kameraleute schnell genug waren, die Leute so zu filmen, daß es nach viel aussah.

Skipis gab dann vor einem Dutzend Mikrophonen seine Stellungnahme ab und pflegte den Gestus dessen, der muß, was er nicht will, und tapfer tut, was er kann. In diesem Tenor ist auch ein Text abgefaßt, in dem der Börsenverein seinen Umgang mit uns zu beschreiben versucht.

Was mich immer frappiert, ist die Selbstverständlichkeit, mit der Leute wie Alexander Skipis davon ausgehen, daß wir hinnähmen, was sie mit uns machen, und daß wir am Ende froh um jedes Gespräch hinter den Kulissen seien, in dem man uns dann doch als Mensch begegnete.

So gestern bei Tagesschluß: Alexander Skipis kam an unseren Stand und wollte ins Gespräch kommen, weil doch der Dialog so wichtig sei. Skipis gehört zu der Sorte Meinungselite, die denkt, daß es für jedermann reizvoll sei, auf Tuchfühlung gehen zu dürfen und ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen – hinter den Kulissen.

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Meine Antwort, die ich ihm persönlich gestern gab, nun öffentlich:

Ich habe an einem privaten Dialog kein Interesse mehr. Die öffentliche Stellungnahme samt Demonstration ist in der Welt, ein nichtöffentliches Gespräch hätte zuvor erfolgen müssen, nun bin ich nur noch zu einer öffentlichen Auseinandersetzung bereit, und dieses Gespräch sollte noch im Rahmen der Buchmesse erfolgen.

Alexander Skipis hat dieses Gespräch vor Publikum spontan zugesagt, ich nehme ihn beim Wort und werde in regelmäßigen Abständen nachfragen lassen, ob etwas daraus wird oder ob es sich um eine abendliche, situative Beruhigungspille handelte.

Ansonsten: sehr viel Presse am Stand, einige Berichte sind schon erschienen, aber die große Reportage über uns im New York Times Magazine schlägt medial das übliche Stereotypengeklimper aus Deutschland aus dem Feld.

Die vielen guten Leser und Kunden, die uns aufsuchen, sind ein mehr als hinreichendes Gegengewicht zu den grummelnden Gestalten und unvorbereiteten Journalisten, die denken, daß wir irgendwie locker abzuarbeiten seien. Frappierend die Redakteurin vom hr, die nichts gelesen hat, nichts kennt, nicht einmal den Sieferle-Skandal, schrill auflachte, als ich ihr Lektüre zur Vorbereitung nahelegte – und die dennoch über uns wird berichten dürfen.

Ich grüble in diesem Zusammenhang noch über eine Aussage, die wiederum Skipis tätigte: daß wir selbst verantwortlich dafür seien, was uns an unserem Stand widerfahre. Wären wir nicht gekommen, gäbe es keine Probleme. Hat er nicht kapiert, daß dies, genau dies unsere Aufgabe ist? Anwesend sein, die Normalität rechter Beteiligung durchsetzen, das Establishment in seiner Homezone aufsuchen, aufstöbern und verstören.

Hauptinteresse der Medien und Leser übrigens: Mit Linken leben von Martin Lichtmesz und Caroline Sommerfeld. Das ist das Buch zur Stunde, und es war der Riecher der beiden Autoren und ihr Fleiß, pünktlich zur Messe diese „Verhaltenslehre“ dem verunsicherten linksliberalen Milieu vor die Tür zu legen.

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Quelle


Finis Germania (Kaplaken)

Der Kulturhistoriker Rolf Peter Sieferle nahm sich im September 2016 das Leben.

Seine nachgelassenen Gedanken über die sprichwörtliche Lage der Nation sind Teil seines Vermächtnisses: sie erscheinen als 50. Band der reihe kaplaken.

In den 30 Miszellen, die diesen Band bilden, beschreibt Sieferle die Situation, in der sich die Deutschen befinden: vom »Deutschen Sonderweg« und der »Siegerperspektive« über »Politiker und Intellektuelle« bis zur »Logik des Antifaschismus«

– Sieferle bringt eine kaum zu widerlegende Ausweglosigkeit zur Sprache, die aus konservativer Sicht verheerende Gemengelage aus demographischer und kultureller Schwäche, Schuldkult und geistiger Okkupation, mangelndem Widerstandsmut und Selbstverachtung. Es sieht nicht gut aus für uns.

Das Buch ist ein bemerkenswertes Vermächtnis, das den Verlust des Denkers Sieferle unterstreicht.

Platz 6 in der Spiegel-Bestsellerliste, Platz 9 bei „Sachbücher des Monats“ von Süddeutscher Zeitung und NDR!


Mit Linken leben

Ein Dutzend Bücher zum heiklen Thema »mit Rechten reden« ist in diesem Jahr bereits erschienen. Die »Rechten«: der Stachel im Fleische.

Wie damit leben? Die Linke kommt mit uns nicht mehr zurecht. Und wir mit ihnen?

Martin Lichtmesz und Caroline Sommerfeld (zwei der temperamentvollsten und klügsten Vertreter einer Neuen Rechten) beschreiben, wie wir mit Linken leben könnten.

 

Wer schon immer wissen wollte, warum rechts richtig ist und links wrong, weshalb Linke lügen und heucheln und warum man dumme Fragen lieber unbeantwortet läßt oder mit einer noch dümmeren Frage kontert – hier kommt der Wegweiser.

Lichtmesz und Sommerfeld haben ein Buch voller Witz und Schärfe geschrieben. Nach der Lektüre wird man als Rechter um keine Antwort mehr verlegen sein. Auf dieses Buch haben wir seit zwanzig Jahren gewartet:

Die Verhaltenslehre für den Alltag mit Linken – hier ist sie.