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Gewerkschaften bestimmen „wählbare Parteien“ für Mitglieder

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Beim Lesen unseres Beitrags „AfD tabu an Berliner Schule“ fühlte sich einer unserer Leser stark an die Verhältnisse bei der Polizei bzw. bei deren Gewerkschaft erinnert. Er schrieb uns folgende Mail:

Gleiches kann getrost auch auf die GdP (Gewerkschaft der Polizei) übertragen werden.

Ich bin seit ca. ** Jahren bei der Polizei und parteilos. Jedoch muss ich sagen, dass das  undemokratische Verhalten der Altparteien und deren Vertreter mittlerweile untragbar und nicht mehr auszuhalten ist. […] Für die Mitglieder der GdP erscheint monatlich die Mitgliederzeitschrift „Deutsche Polizei“.

In der Juni-Ausgabe war, von Seite 21 bis 23, unter dem Motto „Bundestagswahl“ ein Interview mit den Spitzenkandidaten der SPD Martin Schulz abgedruckt.

[…]  In der Juli-Ausgabe dann das Interview mit Fr. Merkel (von Seite 21 bis 23).

In der August-Ausgabe folgten die Interviews mit den Vertretern der LINKEN (von Seite 21 bis 23) und GRÜNEN (Seite 18, 19 und 20).

In der September-Ausgabe, gab es abschließend ebenfalls unter der Überschrift „Bundestagswahl“ dann noch eine mehrseitige Zusammenfassung über die Wahlprogramme der verschiedenen Parteien im Bezirksjournal zwischen den Seiten 23 und 24. Welcher Parteien? Lediglich der CDU/ CSU, SPD, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und schließlich der FDP.

Die Seiten 2 bis 7 des Bezirksjournals in der Septemberausgabe von „Deutsche Polizei“: Nach CDU, SPD und der demokratiefeindlichen LINKEN erhalten die Polizeikritiker der GRÜNEN sowie die FDP Gelegenheit zur Selbstdarstellung. (Davor gab es schon von Juli bis September seitenweise Kandidatenpropaganda für jede der Altparteien. Allein Merkel und Schulz bekamen je drei Seiten zur Werbung in eigener Sache in Form von Interviews.):

Zu einem Zeitpunkt wo sich abzeichnet, dass die AfD vmtl. als drittstärkste Kraft in den Bundestag einziehen könnte, findet man es seitens der Gewerkschaft der Polizei in keinster Weise wert auch auf die AfD näher einzugehen. Diese Partei wird in keinster Weise erwähnt, so als würde es diese Partei überhaupt nicht geben bzw. wäre überhaupt keine Alternative zu all den anderen Parteien.

Warum hat man seitens der GdP Angst auch über diese Partei zu berichten? Hat man Angst davor, dass vielleicht zu viele Polizeibeamte noch „in letzter Sekunde“ ihr Kreuz bei der AfD machen könnten?

So ist das ganz offensichtlich. Zwar dröhnen die Altparteien ständig, dass man die AfD inhaltlich „stellen“, „vorführen“ oder „entlarven“ wolle, aber diese inhaltliche Auseinandersetzung führt man dann lieber doch ohne die Argumente der AfD. Zu groß die Gefahr, dass gerade bei Polizeibeamten die Forderung nach Geltung des Rechtsstaates verfangen könnte, weil das ihrer Ausbildung, ihrem Berufsethos und nicht zuletzt ihrem Amtseid entspricht.

Damit die Gewerkschaftsmitglieder nicht auf falsche Gedanken kommen, hat auch die IG Metall vorsorglich alle Infos über die AfD aus ihrer bunten Vielfalt verbannt. Wer auf ihrer Wahlseite auf den „Kandidatencheck“ klickt, wird dort ebenfalls nur die Parteien vorfinden, die auch die GdP als „richtige“ Auswahl für ihre Mitglieder Mündel zur Wahl vorgesehen hat.

Kontakt:

» gdp-pressestelle@gdp.de
» internet@igmetall.de

(Spürnasen: HN und BB)

Quelle