Schlagwörter

, , , , , , , , ,

Michael Winkler

„Tod von Heiner Geißler löst parteiübergreifend Bestürzung aus.“ So unsinnig formulieren die Wahrheitsmedien. Der Mann ist Jahrgang 1930, mit 87 ist er somit im sterbefähigen Erwartungsalter. „Nach langer schwerer Krankheit“ umschreibt in den Wahrheitsmedien Krebs, also kam das Ende nicht überraschend. Dies soll kein Nachruf werden, sondern nur eine Betrachtung der Meldung. Wenn ein Deutscher, deutlich jünger und auch noch Familienvater, in das Messer des netten Allahu-akbar-Moslems von nebenan läuft, löst das nirgendwo Bestürzung aus, obwohl der Mann mitten aus dem Leben gerissen wird. In diesem Fall war es jedoch einer der ihren, einer der herrschenden Kaste, die nicht nur Macht und Reichtum für sich kapern möchte, sondern tunlichst auch das ewige Leben. Gevatter Tod nimmt jedoch keine Rücksicht, egal, wie wichtig sich jemand zu Lebzeiten vorgekommen ist. Insofern ist der Tod ein echter Demokrat – sterben müssen wirklich alle.

Der NSU-Prozeß geht auf die Ziellinie, die Staatsanwaltschaft hat ihren länglichen Vortrag gehalten. Natürlich bekommt Beate Zschäpe lebenslänglich, die besondere Schwere der Schuld wurde erklärt und nach der Haft soll sie in Sicherheitsverwahrung gegeben werden. Warum? Sogar die Staatsanwaltschaft sagt, sie sei niemals auch nur in die Nähe der Mordopfer gekommen, aber sie gehörte schließlich dazu. Das sind Begründungen, die sonst Sanitätern in Auschwitz vorbehalten sind. Der Verkäufer der Pistole wurde wegen neunfacher Beihilfe zum Mord für zwölf Jahre Haft vorgeschlagen. Man sollte also als Waffenhändler vorsichtig sein. Unter Beihilfe zum Mord habe ich mir bisher vorgestellt, daß da jemand das Opfer festhält, damit der Täter es nicht verfehlt. Wer eine Waffe an einen Gelegenheitsmörder verkauft, kommt demnach günstiger weg, als jemand, der sich einen besonders fleißigen Todesschützen als Kunden anlacht. Es geht noch weiter: Er wird für etwas verurteilt, worauf er keinerlei Einfluß mehr hat. Gerechtigkeit sieht für mich anders aus.

 

Frankreichs Präsident bringt Hunderttausende auf die Straße. Was die dort machen? Gegen Macron protestieren, natürlich. Warum sie protestieren? Weil Macron genau das macht, was er vor der Wahl angekündigt hat: Arbeitsplatzreformen. Das ist eben der Unterschied zwischen einem Präsidenten und einem Telephon. Bei letzterem kann man, wenn man sich verwählt hat, aufhängen und neu wählen. Bei Präsidenten und Bundeskanzlern besteht diese Möglichkeit nur in Ausnahmefällen.

Was tut ein Promi, den keiner mehr so recht haben will? Er läßt, wie Killary Clinton, eine Autobiographie schreiben. Der Inhalt ist bei diesen Büchern im Grundtenor identisch: Ich hatte von Anfang an recht und alle anderen sind Arschlöcher. Das größte Exemplar ist bei Killary, wie könnte es anders sein, Donald Trump. Der hat zwar gewonnen, aber keine Ahnung. Ansonsten hat so ziemlich jeder Wahlhelfer schuld an Killarys Niederlage. Diese Trottel haben alles falsch gemacht, steht in dem Buch. Jetzt müßte Killary nur noch einen Abgang a la Nero hinbekommen. Damit meine ich nicht das Messer, das Nero bei sich appliziert hat, sondern seine letzten Worte. „Welch eine Autorin stirbt mit mir!“

Der größte Unterschied zwischen zwölf Jahren Hitler und zwölf Jahren Merkel besteht darin, daß die Zerstörungen nach Hitler äußerlich sichtbar gewesen waren.

Pranger 616 ist da: Dharma

Quelle