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„Alle Flüchtlinge müssen zurück!“ FDP-Lindler, der AfD-Wellenreiter…

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Original (Hintergrund) und Fälschung (Vordergrund) (Foto: Collage)

Beweglich ist er ja, der Christian Lindner. Als der FDP-Chef merkte, dass sein Kuschelkurs mit Putin bei seinen potenziellen Wählern nicht so gut ankam, holte er Ruck zuck ein neues Thema aus der Opportunismus-Kiste: „Flüchtlinge“!

Von Oliver Flesch

Mit Kleinklein gibt sich Lindner bekanntlich gar nicht erst ab: „Alle Flüchtlinge müssen zurück!“, diktierte der neue FDP-Blonde den erstaunten Redakteuren von BILD in Notizblock und Mikro. Die natürlich sofort verdattert nachfragten: „Ihr Ernst? Alle?“ Kein Wunder, das hatte ja auch „Schäl“ Blome, der Watschen-August von PHOENIX-„Tünnes“ Augstein (der Adoptivsohn) gefragt.

Lindners Aussage ist löblich, aber ist auch ernst zunehmen? Natürlich nicht. Lindner macht Google-Politik. Das bedeutet: Er lässt sich von seinen Zuarbeitern sagen, was die Menschen im Netz bewegt. Dabei kam raus: Tausende googeln die Kombination  „FDP, Flüchtlinge“. Wollen also wissen, wie die FDP zum Thema „Flüchtlinge“ steht. Lindner weiß natürlich, dass FDP-Wähler in der Regel nicht dem CDU/CSU, GRÜNEM, Sozi- und SED-Rotem „Gutmenschentum“ entstammen. Er konnte sich also leicht ausrechnen, womit er punkten kann. Heraus kam eben: „Alle Flüchtlinge müssen zurück!“

Noch vor gar nicht langer Zeit tickte Lindners FDP bei Doppelpass, Ausländer-Wahlrecht, Umgang mit dem organisierten Islam und der Frage nationaler Grenzkontrollen völlig anders. So anders, dass  Springers meist liberal labernde „WELT“ schalmeite: „Doppel-Staatsbürgerschaften sollten uneingeschränkt zugelassen werden. Und so beschloss der Bundesparteitag (2015) das kommunale Ausländer-Wahlrecht ebenso. Bis 2016 plädierten maßgebliche FDP-Integrationspolitiker für eine enge Zusammenarbeit mit dem von Ankara gesteuerten Muslim-Verband DITIB.

Und tatsächlich wirkten die Liberalen bei diesen Themen um 2015 zunächst wie der natürliche Partner von SPD und Grünen.“

Nun könnte man sagen: Jeder hat das Recht, seine Meinung zu ändern. Aber eben nur dann, wenn die Meinungsänderung ehrlich gemeint ist. Und „Ehrlichkeit“ und „FDP“, das waren irgendwie bei der Partei immer zwei Seiten einer Medaille. Die Bezeichnung „Umfaller-Partei“ hat sich die FDP in den letzten Jahrzehnten schließlich redlich verdient. CSU-Legende Franz Josef Strauß fand in der FDP „… das sichere Depot eines Opportunismus, auf den Verlass ist“. Und Helmut Schmidt, der mochte bis zu seinem Tod noch nicht mal mehr auf die FDP angesprochen werden. Klar, die Gentschers & Co. hatten ihn dereinst als Kanzler gestürzt. Und so konnte Kohl der „Kanzler der Einheit“ werden.

Würde es Christian Lindner wirklich ernst meinen, so würde er „Alle Flüchtlinge müssen zurück!“ an eine Koalitionsaussage koppeln. So wie es die Grünen seinerzeit mit dem „kriegsentscheidenden“ Thema „Ehe für alle“ taten. Aber das wird er nicht tun. Weil er jetzt seine Haare zwar wieder schön hat, aber die Maskenbildnerin braucht doch noch viel Spray…

Lindners früherer Freund und Förderer, Gerhard Papke, Ex-Fraktionschef der FDP in NRW, schrieb ein ganzes Buch. In „Noch eine Chance für die FDP?“ warf er Lindner mangelnden Mut vor, „Hasenfüßigkeit“ sei Lindners „politisches Bewegungsprinzip“, er sei so extrem vorsichtig, dass er Festlegungen wo immer möglich meide.

Dazu kommt: Die FDP will unbedingt wieder in die Regierung. Koste es, was es wolle. Notfalls Grüne Brennnessel-Suppe oder Roten Broiler. Hauptsache wieder Diäten, hach, das mundet.

Viel Interessanter als Lindners Interview in BILD war die Umfrage unter dem Artikel: Gefragt wurde: „Sollen alle Syrien-Kriegsflüchtlinge im Friedensfall zurückkehren?“

Knapp 50 000 Menschen stimmten bislang ab – 81 (!) Prozent beantworten die Frage mit: „Ja, das wäre für beide Länder die beste Lösung“.

So tickt Deutschland. So tickt die AfD. Wer auch so tickt, sollte sich nicht auf einen politischen Hallodri wie Lindner einlassen. Die FDP knickte immer dahin, wo der große Partner wollte. Ob er Kohl oder Merkel hieß. Nie war was unmöööglich…

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