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„Überall in Europa ernten wir gerade die Früchte des gescheiterten Multi-Kulti-Traumes“

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Mittlerweile reichen ja 2 Minuten Fernsehen, um mich komplett wütend zu machen.

RTL zeigt einen Ausschnitt seiner neuen, groß angekündigten Langzeit-Dokumentation „Angst vor den neuen Nachbarn“. Wobei der Titel schon das Resümee der Doku vorwegnimmt, indem er impliziert, dass es auch hier wieder nur um ein irrationales Gefühl gehen kann. Ein Jahr hat man Menschen in Bad Godesberg begleitet und dokumentiert, wie sich ein Stadtteil durch die Zuwanderung verändert bzw. wie die Leute damit umgehen. Godesberg übrigens ein schon vor der Flüchtlingskrise mehr als nur Multi-Kulti-gebeutelter Ort, der spätestens durch den Fall Niklas traurige Berühmtheit erlangte.

Von Anabel Schunke

Jedenfalls wird den ganzen vollverschleierten Frauen, der sichtbaren Überfremdung und der Wut der Bürger natürlich die Vorzeige-Flüchtlingsfamilie gegenübergestellt, um das ewige Narrativ aufrecht zu erhalten, dass es zwar viele Nachteile bezüglich der Zuwanderung gibt, aber insgesamt die positiven Beispiele selbstverständlich überwiegen. Es handelt sich um eine Flüchtlingsfamilie aus dem Libanon, die, wie RTL betont, die Vollverschleierung ablehnt, während die Mutter im Hintergrund immerhin mit Kopftuch herumrennt. Man will es ja mit der Gleichberechtigung dann doch nicht gleich übertreiben. Die Tochter spricht schon gutes Deutsch und betont, wie gerne sie in Deutschland bleiben möchte und ja mal ehrlich: Wer will ihr einen solchen Wunsch dann auch abschlagen? Es sind diese Momente, in denen man all die Probleme mit Libanesen und die Rekord-Arbeitslosenquote von über 90% fast vergisst.

Und dennoch, so ganz kann der geneigte Wutbürger, der ich ja auch bin, nicht darüber hinwegsehen, dass RTL die ganze Zeit von Flüchtlingen spricht, wenn es doch nicht einmal um die Parade-Flüchtlingsfamilie aus Syrien geht, sondern eine Familie aus dem Libanon. Dass mal wieder ignoriert wird, dass es nicht darum geht, dass man den Menschen, die sich integrieren wollen, ein besseres Leben nicht gönnt, sondern dass das Fundament eines jeden funktionierendes Staates, die Garantie für Stabilität, Sicherheit und Frieden nun einmal die Einhaltung von Recht und Gesetz ist und dass dieses Recht und Gesetz, egal wie hart es im Einzelfall erscheinen mag, eben für alle zu gelten hat, damit es auch von allen anerkannt wird. Dass es nicht darum geht, dass man Menschen ein besseres Leben hier nicht gönnt, sondern darum, ob wir es ihnen bieten können und wie hoch der Preis letztlich für die Gesellschaft als Ganzes ist. Ob sie hier überhaupt Chancen in Sachen Bildung, Arbeitsmarkt und Co. haben und ob Integration bei so verschiedenen Kulturen überhaupt möglich bzw. welche Konsequenzen es für uns alle hat, wenn dies nicht der Fall ist.

Überall in Europa ernten wir gerade die Früchte des gescheiterten Multi-Kulti-Traumes mit den Anhängern des Islams. Überall offenbart sich gerade, dass ein Großteil von ihnen hier nie angekommen ist. Dass sie jederzeit zu tickenden Zeitbomben werden, sich radikalisieren können, weil sie anders sozialisiert sind, weil ihr ganzes Denken, ihre religiösen und kulturellen Traditionen so weit von unseren liberalen Wertvorstellungen sind. Was passiert, wenn sich der Frust, der Hass auf diese Gesellschaften entlädt, die ihnen alle Chancen geben wollten, es aber in vielen Fälle nicht konnten. Weil Integration, Anpassung und all das eben immer in erster Linie eine Bringschuld ist und bleibt. Weil sie Wille des Individuums sein müssen und nicht von Außen aufoktroyiert werden können.

Es geht um die Hunderttausenden jungen Männer aus Afrika und dem Nahen Osten ohne jegliche Perspektive hier. Die gekommen sind, um sich zu holen, was ihnen ihres Erachtens zusteht und die nicht im Geringsten daran interessiert sind, sich zu integrieren und Leistung zu bringen, weil sie nie mit diesem Ziel hier angetreten sind.

Es ging niemals zu keinem Zeitpunkt um wirkliche Flüchtlinge. Um kleine Mädchen mit braunen Kulleraugen. In den zwei Jahren, in denen ich tue, was ich tue, habe ich keinen einzigen Menschen erlebt, der gegen Asyl für wirkliche Flüchtlinge war. Es ging immer nur um all die anderen. Um die Aussetzung geltenden Rechts und die versäumte Rückkehr zu eben diesem. Darum, dass aus temporärem Schutz, was Asyl eigentlich meint, ein dauerhaftes Migrationsrecht für die halbe Welt gemacht wurde. Es ging und geht in diesem Zusammenhang um die Frage, was langfristig das Beste für alle ist. Wo die Grenzen des Belastbaren, des Machbaren für diese Gesellschaft und Europa insgesamt liegen. In Sachen Sozialstaat, genauso wie in Sachen Integration.

Es geht darum, dass ich mich nie so unsicher in diesem Land gefühlt habe. Vor allem und ganz besonders als Frau. Dass es mittlerweile tagtäglich zu Übergriffen auf uns kommt und der Terror zur größten Bedrohung für unsere Freiheit geworden ist. Um die Frage, wer wen integriert, wenn 90% einer Schulklasse einen Migrationshintergrund haben. Und was mit unserem Frauenbild in Europa geschieht, wenn diese 90% schon auf dem Schulhof entscheiden, was haram ist und was nicht und die verbleibenden 10% der Deutschen dieses Bild mehr und mehr übernehmen.

Nein, es geht nicht darum, dass man Menschen etwas nicht gönnt oder sie nicht verstehen kann. Es geht um Verantwortung für die Zukunft im Sinne aller. Sich nicht davor zu scheuen, sich die Hände schmutzig zu machen. Die Dinge vom Ende her zu denken, statt sich kurzfristig in der eigenen Helfermoral zu suhlen.

Es geht darum, dass es auch um uns gehen muss. Um die, deren Heimat Deutschland ist, die all das finanzieren und die sich zunehmend fremder im eigenen Land fühlen. Jene, die sich fragen, wo all die Vorteile der Zuwanderung sein sollen, wenn man sich mittlerweile fürchtet, das örtliche Stadtfest oder ein Konzert zu besuchen.

Nein RTL, es geht nicht um irrationale Angst, die man mit einem netten Filmchen über eine nette Familie vom Tisch fegen kann. Es geht um die größte politische Herausforderung der jüngeren Zeit, der man nur mit der Benennung der Realität wie sie ist und nicht, wie man sie gerne hätte, entgegen wirken kann, um Probleme effektiv angehen zu können.

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