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Grundsteuer B steigt und steigt

Deutschlands Immobilien werden immer teurer – in Ballungsgebieten sind sie für viele Bürger schon längst unerschwinglich. Jetzt drohen weitere Belastungen: Um ihre Kassen zu sanieren, erhöhen viele Städte und Gemeinden ihre Steuern massiv. Das trifft gerade Immobilienbesitzer.

Millionen Bundesbürger träumen vom Eigenheim, doch die Besitzer-Quote liegt in Deutschland weit unter dem Durchschnitt der Nachbarländer. Ein Grund dafür sind die massiv gestiegenen Preise. Von April bis Juni kletterten sie im Durchschnitt um 5,9 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2016. Weil in Deutschland zu wenige neue Wohnungen entstehen, dürfte sich an dem Trend in nächster Zeit auch nichts ändern.

Gemeinden brauchen mehr Geld

Es kommt noch schlimmer. Obwohl der Staat so hohe Steuereinnahmen wie nie zuvor verbucht, leiden viele Kommunen unter Löchern in ihren Gemeindekassen. Um ihre Einnahmen zu steigern, heben viele Gemeinden die Sätze für Gewerbesteuern an. Das trifft zwar vor allem die Unternehmen, aber über steigende Preise müssen auch Verbraucher tiefer in die Tasche greifen.

Eine ganze Reihe von Städten erhöht außerdem die Grundsteuer B. Sie besteuert das Eigentum von bebaubaren Grundstücken. Diese Maßnahme belastet Bürger direkt.

Grundsteuer-Satz steigt immer weiter

Der Grundsteuer-Hebesatz stieg deutschlandweit 2017 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozentpunkte auf 534 Prozent, wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine unveröffentlichte Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags berichtet. Manche Gemeinden erhöhten den Hebesatz zuletzt um 50 Prozentpunkte, andere gar um 100. Je nach Grundstückswert belastet das jeden Hausbesitzer um 100 und mehr Euro – pro Jahr.

Besonders Gemeinden in Nordrhein-Westfalen hoben die Grundsteuer kräftig an. Kamp-Lintfort ließ den Hebesatz um 295 Prozentpunkte in die Höhe schnellen. Er liegt derzeit bei 765 Prozent. Das ist längst nicht die Spitze: Den aktuell höchsten Satz stellt Witten im Ruhrgebiet mit 910 Prozent in Rechnung.

NRW verliert seine Konkurrenzfähigkeit zu anderen Bundesländern

Neben Privatleuten müssen auch viele Mittelständler höhere Grundsteuern berappen. Mittlerweile zahlen sie in NRW deutlich mehr Abgaben als ihre Konkurrenten in anderen Bundesländern wie etwa Baden-Württemberg. Das schwächt die Konkurrenzfähigkeit von Nordrhein-Westfalen als Wirtschaftsstandort. Damit sind auch die Arbeitsplätze der geschröpften Bürger bedroht.

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