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oder ging dem Volk die Gewalt aus?

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Deutschland zerbricht! Die Gesellschaft spaltet sich in Gut- und Wutbürger, in Linke und Rechte in deutsche und nichtdeutsche, in Veganer und Fleischfresser, in Homosexuelle und Heterosexuelle, in Steuerzahler und Steuerbetrüger, in Arbeiter und Sozialhilfeempfänger, kurz: Das Volk wird immer unzufriedener, aggressiver, gewaltbereiter, arme werden ärmer, reiche reicher, Kinder und Senioren werden vom Staat nicht gebraucht und dementsprechend behandelt.

Von Klaus Peter Schäfer

Die Gründe dafür sind sehr vielfältig: Demokratie, die keine ist, Sozialpolitik, die ihren Namen nicht verdient, Überfremdung mit sozialem Konfliktpotenzial, Politiker/innen, die nicht zum Wohle des Volkes regieren und vieles andere mehr. Doch scheint kaum jemand zu bedenken, dass die Gewalt vom Volk aus geht. Soll heißen: WIR wählen unsere Vertreter und vor allem bezahlen WIR sie auch durch unsere Abgaben an den Staat, die Steuern.

Lehrstücke der Geschichte:

Lassen Sie uns mal ein paar Beispiele dafür herauskramen, wie es Völker, bzw. Menschengruppen geschafft haben, ihre Diktatoren, und auch unsere Regierung ist nichts weiter als ein mehrköpfiger Drache, loszuwerden.

  • Anfang des 16. Jahrhunderts: In Deutschland tobt der Bauernkrieg, auch Revolution des gemeinen Mannes genannt. Wirtschaftliche Not und soziales Elend, ein Adel, der an den Lebensumständen nicht interessiert war, Hunger, Steuern – die Gründe ähneln dem heutigen Zustand unseres Landes. Die Revoluzzer formulieren damals die „Zwölf Artikel von Memmingen“, die ersten Menschenrechte. Die Bauern wollen ein menschenwürdiges Leben mit weniger Lasten haben, das aber erschüttert die Grundfeste der Gesellschaftsordnung.  Schon vor dem Bauernkrieg kam es in Deutschland regelmäßig zu Steuerprotesten. So bei der Revolte gegen den Bamberger Bierkrieg 1375 oder auch dem Breslauer Bierkrieg 1380 – 1382.
  • 1760: Die Spannungen zwischen Großbritannien und den Kolonien ist groß. In den Kolonien war eigene Industrie verboten und die Kolonisten mussten mit erheblichen Steuerbelastungen leben. Die Unabhängigkeitsbewegung und die Geheimgesellschaft Sons of Liberty wuchsen an, die Folge waren Boykotte, Übergriffe, die schließlich in der Bostoner Tea Party gipfelten und letztlich zur Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika führten.
  • 1789: Die Menschen in Paris sind in Unruhe. Die Brotpreise steigen ständig, viele sind vom Hunger bedroht. Drei Tage nach der Bekanntmachung zusätzlicher Steuererhöhungen in Paris haben die Menschen die Schnauze voll. Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 läutet eine neue Zeit ein.

Diese Liste ließe sich auch für andere Länder fortführen und macht deutlich: Irgendwann kam – zumindest in der Geschichte – immer der Punkt, an dem der Bürger seiner Wut freien Lauf lassen muss; an dem er gegen die Obrigkeit protestiert, ja sogar kämpft. Von Robin Hood über Andreas Hofer bis hin zu Gérard Depardieu, der vor Jahren ankündigte, Frankreich wegen zu hoher Steuerbelastungen den Rücken zu kehren und seine Staatsbürgerschaft zurückzugeben.

Der Michel hält sein Maul

Der deutsche Steuerzahler, der Kriege, Flüchtlinge, Umweltverbrechen und vieles mehr finanziert, ist dagegen ein Schaf. Er, die Stütze des Staates leidet, ohne zu klagen und zahlt und zahlt und zahlt. Der deutsche Michel ist ein stoischer Geber, den keine noch so irrsinnige Steuer-Kreation erschüttern kann. Er bezahlt eine Zweitwohnungssteuer, obwohl er ja nur in einer Wohnung gleichzeitig wohnen kann, er bezahlt beim Kaffee kaufen neben den 19 Prozent Mehrwertsteuer auch noch über 2 Euro Kaffeesteuer, die der Fiskus seinerseits wiederum mit der Mehrwertsteuer belegt. Der Arbeitgeber bezahlt die Lohnsteuer, der Händler die Umsatzsteuer, die Banken die Abgeltungssteuer und der Bürger bezahlt bei der Bezahlung von Waren und Dienstleistungen eine Mehrwertsteuer auf die lohn- und umsatzbesteuerten Waren oder Dienstleistungen.

Der Staat sorgt dafür, dass er ein Detailwissen über die im Hintergrund heimlich erhobenen und diskret abgerechneten Steuern dem Steuerzahler vorenthält. Wie dieser ausgebeutet wird, erfährt der Bürger gar nicht. Aber wahrscheinlich wäre es ihm trotzdem egal. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt im Durchschnitt 30.000 Euro Steuern pro Jahr.

Wenn man es genau nimmt, ist das Steuerchaos in Deutschland aufgrund seiner Gleichheitswidrigkeit ein Verstoß gegen die Verfassung. Wer Unternehmer ist, bezahlt auch noch Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer und natürlich auch die für Nichtunternehmer anfallenden Grund-, Versicherungs-, Energie- und Kfz-Steuer.

Der Bürger ist ein devoter Staatsdiener

Noch sind die Bürger brav. Doch die Zahl derer, die aufbegehrt, wächst. Immer mehr Hartz-IV-Empfänger haben die Schnauze voll, dass ihnen das Existenzminimum garantiert wird, sie dieses aber nicht bekommen. Immer mehr Arbeiter haben es satt, dass sie malochen, schuften und trotzdem aufstockende Leistungen kassieren müssen, weil sie sich das Leben sonst nicht leisten könnten. Der berufserfahrene Logistiker ist mehr als sauer, wenn er seinen Arbeitsplatz verliert, weil dieser jetzt von Zeit- und Leiharbeitern günstig besetzt wird. Alles zum Wohle der Wirtschaft, der Industrie und der Bilanz.

Es gibt keinen Arminius mehr

 Beim Bürger kommt von dem Wachstum und dem gepriesenen Wohlstand nichts an. Doch statt wie Arminius der Cheruskerfürst das Land von Ausbeutung und Besatzern zu befreien, ist der Bürger heute eine Kuh. Eine Milchkuh, die immer weniger zu fressen bekommt, aber immer öfter gemolken wird. Stellt sich die Frage, wann und ob die Kuh bei zusätzlichen Melkversuchen zutritt. Und dann richtig trifft…voll in die Fresse!

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