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Wie die sizilianische Mafia

Im Herzen des Münchner Stadtteils Sendling lädt eine kleine Trattoria ihre Gäste
seit 14 Jahren zu Speis und Trank. „Casa mia“ heißt das italienische Restaurant, „mein Zuhause“. Nun kündigt ein Aushang an: Am Freitag, 21. Juli, ist Schluß – „aus wirtschaftlichen Gründen“. Bei genauerem Hinsehen sind es allerdings nicht in erster Linie wirtschaftliche Ursachen, die den Wirt Giovanni Costa zu diesem drastischen Schritt zwingen.

Der Sizilianer hatte das „Casa mia“ für eine politische Gruppe geöffnet, die dem Bezirksausschuß Sendlingen offenbar ein Dorn im Auge ist. Alles begann 2015. Einige Mitglieder des Münchner Ablegers von Pegida kehrten nach einer Kundgebung in Costas Restaurant ein. Seitdem gehörte die Stärkung im „Casa mia“ nach den abendlichen Spaziergängen zum festen Programm dazu.

„Sie aßen Pasta und tranken Bier“, erzählt Costa der JUNGEN FREIHEIT. Als politische Gruppe traten sie nie auf, sie verteilten keine Flyer und skandierten keine Parolen. Er wußte nicht, um wen es sich bei den Gästen handelte. Das änderte sich schlagartig im Januar 2016.

SPD-Politiker machte Druck


Costa bekam Besuch von Ernst Dill und Markus Lutz. Beide sind Mitglied im Bezirksausschuß Sendling. Der SPD-Sprecher Dill ist unter anderem stellvertretender Vorsitzender und Beauftragter gegen Rechtsextremismus.

„Sie kamen zu mir und sagten, ich solle diese Leute nicht mehr bewirten“, erinnert sich Costa. Mit „diesen Leuten“ meinten die Sozialdemokraten die Pegida-Teilnehmer. Es blieb nicht bei der Bitte. Dill soll den Wirt erpreßt haben. „Entweder ich gebe Pegida keinen Zutritt mehr, oder sie schließen mein Restaurant“, beschreibt der Costa den Versuch, ihn einzuschüchtern.

Ungefähr zur gleichen Zeit wurde der Fall „Casa mia“ in der linksextremen Szene bekannt. Zudem kam SPD-Mann Dill immer wieder, um zu kontrollieren, wen Costa in seinem Restaurant bewirtete. Und dann erhöhrt auch noch die Brauerei den Druck auf den Gastwirt.

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