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Wie die Schweizer UBS von einem Insider geleakt wurde – Ein Sensationserfolg

„Der UBS-Whistleblower Bradley Birkenfeld verdient keine Gefängnisstrafe, sondern ein Denkmal an der Wall Street“ (New York Daily News). Birkenfeld wurde in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu 40 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon er 30 Monate absaß. In seinem Buch spricht er von „Lynchjustiz“.

Nach einem erfolgreichen Start in den Vereinigten Staaten reißen sich Verlage auf der ganzen Welt um Bradley Birkenfelds Erinnerungen. Foto: Cover FinanzBuch Verlag

In dem renommierten Münchner FinanzBuch Verlag ist seit Ersterscheinen des Thrillers „Des Teufels Banker“ im April 2017 inzwischen eine aktualisierte zweite Auflage erschienen. Bradley Birkenfeld, 1965 in Brookline, einem Vorort von Boston/USA geboren, war als Direktor bei der UBS für wohlhabende Privatkunden zuständig, deren Vermögen er in den berüchtigten geheimen Schweizer Nummernkonten anlegte.

Niemand in den USA wollte mein Buch herausbringen. Ich war bei sechs großen Verlagen und immer, wenn die Chefs von der Idee hörten, wurde es abgelehnt“, echauffiert sich Bradley Birkenfeld.

Niemand, so die Hypothese, wolle sich mit seinem ehemaligen Arbeitgeber, der UBS, anlegen. Die Schweizer Großbank sei mit ihren Verbindungen in die Politik und in die Wirtschaft einfach zu mächtig. Schließlich brachte er sein Buch in den USA auf eigene Faust auf den Markt.

Nach einem erfolgreichen Start in den Vereinigten Staaten reißen sich Verlage auf der ganzen Welt um Bradley Birkenfelds Erinnerungen (www.lucifersbanker.com). Der deutsche Verleger Christian Lund ist zu Recht stolz, dass der FinanzBuch Verlag, der erste ist, der in Europa Bradleys atemberaubende Reality-Story auf den Markt bringt. Das Buch wird in Kürze auch in Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Polen, Rumänien, Russland, Spanien und Thailand erscheinen.

Warum wird dieses aufklärende Buch nicht plakativ in unseren großen Medien vorgestellt? Wird das dubiose und teilweise korrupte Finanzsystem von unseren führenden Politikern gedeckt?

Bradley Birkenfeld hatte den amerikanischen Behörden im Jahr 2007 Unterlagen über das Offshore-Geschäft der UBS geliefert. Seine Aussagen führten dazu, dass die UBS 780 Mio. $ an die USA bezahlte und die Schweizer Regierung grünes Licht dafür gab, dass die Bank 4.500 Kundendaten an die amerikanische Steuerbehörde übermittelte. Birkenfeld wurde wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu 40 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon er 30 Monate absaß. Trotzdem erhielt er 2012 für seine Informationen von der US-Steuerbehörde IRS eine Belohnung in Höhe von 104 Millionen US-$.

Birkenfeld sagt über seinen ehemaligen Arbeitgeber UBS, dieser sei wie ein Alkoholiker, der sich die Sucht nicht eingestehe. Im Buch lässt er seinen Gefühlen freien Lauf. Der heute 52-Jährige spart nicht mit Kraftausdrücken. Er versteigt sich sogar zur Formulierung, dass man seinen damaligen Chef in Genf vor ein Erschießungskommando hätte stellen sollen – „ohne Augenbinde“.

Wenn er jemanden noch mehr hasst als seine damaligen Vorgesetzten, ist es der Chefankläger aus dem Justizministerium, Kevin Downing, der ihn hinter Gitter gebracht und der die Ermittlungen gegen die Schweizer Banken geleitet hatte. Obwohl sich Birkenfeld zur Mithilfe bei Steuerhinterziehung für schuldig bekannte, spricht er im Buch von „Lynchjustiz“.

Birkenfeld bezog neben seinem Grundverdienst 18 Prozent der Erträge, die mit seinen Kunden erwirtschaftet wurden.

Viel Gewicht legt Birkenfeld auf folgenden Tatbestand: ein internes UBS-Memorandum vom November 2004, das ein Kollege von ihm im Intranet zufällig entdeckt habe. Darin stand z.B., dass bei Besuchen in den USA keine Produkte angeboten werden dürften – das Gegenteil von dem, was die Banker taten.

Betrug per „Panik-Knopf“

Die UBS habe nämlich ihre Kundenberater, die nach Übersee flogen, darin geschult, kein Aufsehen beim Zoll zu erregen, führt er im Buch aus. Sie sollten stets als Privatperson reisen und hätten verschlüsselte Laptops mit sich geführt, die einen „Panik-Knopf“ hatten. Habe man ihn ausgelöst, seien sämtliche Daten gelöscht worden.

Es war besonders diese illegale Beratertätigkeit – die Mitarbeiter besaßen für die USA keine Lizenz –, die der Bank das Genick brach. Birkenfeld fasste das Memo so auf, dass die Chefs sich für den Fall der Fälle absichern wollten und bereit waren, ihre Angestellten „unter den Bus zu werfen“. Er wollte sich rächen: Diesen „arroganten und undankbaren Schweizern“ wollte er es zeigen.

Der Amerikaner kopierte Unterlagen, stellte Listen von Beratern und Kunden zusammen. Birkenfeld wurde vom US-Justizministerium aber nicht mit offenen Armen empfangen. Ihm wurde vielmehr vorgeworfen, er habe seinen größten Kunden, den Milliardär Igor Olenicoff, auch nach seinem Ausscheiden bei der UBS weiter beraten.

Korruption, Inkompetenz und Gier

Immer wieder kommt Birkenfeld, der auf Malta lebt, auf ein angebliches Komplott der amerikanischen Behörden gegen ihn zu sprechen. So frage er sich, ob die damalige Außenministerin Hillary Clinton besorgt gewesen sei, dass ein paar ihrer Milliardärsfreunde aufgeflogen wären, wenn die UBS alle 19.000 Kundendaten und nicht nur die „handverlesenen 4.500“ hätte herausrücken müssen. Er erwähnt zwei Kunden mit demokratischen Verbindungen, die undeklarierte Konten gehabt hätten.

Die Familie Clinton setzt er ohnehin mit Korruption gleich. Dem Senat wirft er vor, dieser enthalte ihm die Mitschrift der unter Eid gemachten Aussagen bis heute vor, da diese unangenehme Dinge enthielten. Aus diesem Grund habe man ihn seiner Meinung nach auch nicht als Zeuge für den Prozess gegen den ehemaligen Chef der UBS-Vermögensverwaltung Raoul Weil aufgeboten.

Die USA würden regiert von korrupten Politikern, inkompetenten Staatsanwälten und gierigen Bankern, von denen viele seine Todfeinde blieben, lautet Birkenfelds Fazit.

345 hasserfüllte Buchseiten. Verschwörungstheorien? Sicherlich nicht! Es handelt sich um Fakten, nicht um Fake-News. Das Buch von Bradley C. Birkenfeld ist in einem seriösen deutschen Verlag erschienen. Hier sollte die Öffentlichkeit aufhorchen.

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