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Was hinter dem Rücken einer nichts ahnenden Öffentlichkeit wirklich passiert

Von Egon von Greyerz

Es geht also wieder los. Tausende Tonnen Papiersilber und Papiergold wurden in nur wenigen Tagen auf den Markt geworfen. Lassen Sie mich für alle, die nicht verstehen was hier passiert, kategorisch feststellen, dass dies nichts mit dem wirklichen physischen Markt für Gold und Silber zu tun hat. Nein, dies ist offenkundige Manipulation durch Regierungen und Bullionbanken sowie Spekulanten.

Was hier geschieht, hat nichts mit echten Märkten oder echtem Angebot und Nachfrage zu tun. Was wir beobachten können, sind die Versuche von Regierungen ihre totale Misswirtschaft der Volkswirtschaft und der Währung zu verschleiern. Wir sehen auch, wie Bullionbanken ihr Kundengeld um das 20- bis 50-fache hebeln, um Papiergold- und silberhalter davon abzuhalten, ihre Täuschung zu erkennen und die physische Auslieferung zu fordern.

Wir wissen, wie auch die Banken, dass das Spiel an dem Tag vorbei ist, an dem sie echte Gold- und Silberbarren ausliefern müssen. Sie haben nicht genügend physisches Gold oder Silber, um auch nur einen Bruchteil der Papiershorts abzudecken. An den Futures-Märkten stehen von Seiten der Bullionbanken für jede einzelne physisch vorhandene Unze hunderte von Edelmetall-Derivatekontrakten an Papiergold und -silber aus.

Das Problem ist nicht nur, dass allein die Banker die Übeltäter in diesem Spiel sind, nein, auch die Regierungen handeln gleichermaßen schuldhaft. Westliche Banken halten offiziell 30.000 Tonnen Gold. Praktisch keine westliche Zentralbank hat jedoch jemals eine physische Auditierung ihrer Goldbestände durchgeführt. Die USA hielten ihr letztes Audit während Eisenhowers Präsidentschaft im Jahr 1953. Derweil haben die westlichen Zentralbanken über die vergangenen paar Jahrzehnte einen Großteil ihrer Goldbestände liquidiert. Das Vereinigte Königreich beispielsweise verkaufte Ende der 1990er die Hälfte ihrer Goldbestände und die Schweiz ebenfalls. Norwegen hat Anfang der 2000er ALLE seine Bestände verkauft.

Was die Zentralbanken nicht verkauft haben, haben sie an den Markt verliehen. Dies haben sie getan, um Erträge mit ihrem Gold zu erwirtschaften. Der Großteil der Ausleihen fand um die LBMA-Banken (London Bullion Market Association) in London statt und einiges auch in New York. Eine Zentralbank verlieh also einen Teil ihres Goldes an den Markt und dieses Gold verblieb in den Tresoren in London und New York. Dies hat sich jedoch in den 2000ern geändert.

Die großen Goldkäufer sind jetzt China und Indien. Keins dieser Länder ist daran interessiert, ihr Gold in London oder New York zu lagern. Stattdessen fordern sie die physische Auslieferung. Der normale Ablauf ist dergestalt, dass 400-Unzen-Barren (hauptsächlich) aus London an Raffinerien in der Schweiz geschickt werden, um 1-Kilobarren daraus zu machen. Die Kilobarren werden dann von der Schweiz an die Käufer in China und Indien geliefert, und dazu an weitere große Käufer wie Russland. Deshalb erweckt das Vereinigte Königreich auch den Eindruck, ein großer Gold-Exporteur zu sein.

Die Folgen dieser Transaktionen sind für westliche Zentralbanken sehr ernst. Ihr Gold, welches sie an den Markt verliehen haben, existiert nicht mehr. Es wurde zu 1-Kilobarren umgeschmolzen und ist für immer weg – jetzt in den Händen der Käufer an der Seidenstraße. Der Westen wird dieses physische Gold niemals zurückbekommen. Alles was ihm bleibt, sind Schuldscheine einer Bullionbank, welche niemals in der Lage sein wird, physisches Gold für ihre Papier-Verpflichtungen zu liefern.

Da es niemals irgendwelche Bestandsprüfungen gegeben hat, weiß auch niemand, wie viel unbelastetes physisches Gold noch in den westlichen Zentralbanken verblieben ist. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es auch nur 50 % der 30.000 offiziell gehaltenen Tonnen sind. Die Völker und Nationen, welche dieses sich abspielende Ponzi-Schema verstehen, geraten keineswegs in Panik, wenn der Preis in den Papiermärkten abtaucht, denn sie wissen, dass sie diejenigen sind, welche das physische Gold und damit die Macht besitzen. Allerdings ist es nicht nur eine Frage der Macht, sondern auch des Vertrauens darauf, dass physisches Gold die Völker schützen wird, welche die Wichtigkeit es zu besitzen verstehen.

In Zeiten wie diesen, werden die schwachen Hände aus den Edelmetallmärkten herausgespült. Lassen Sie mich deutlich sagen, man darf niemals eine Anlage zum Vermögenserhalt kaufen und sie dadurch hebeln, indem man sie beleiht. Wenn man sein Gold und Silber beleiht, dann gehört es einem nicht mehr. Stattdessen gehört es der Bank oder demjenigen, der es geliehen hat. Physisches Gold zu kaufen und es dann zu verpfänden erfüllt keinen Zweck. Das ist pure Spekulation. In einem solchen Fall kann man auch einfach Gold-Futures kaufen, was natürlich nichts mit Vermögenssicherung zu tun hat.

Spekulanten sind schwache Hände. Sie kaufen wenn Gold steigt und verkaufen wenn es fällt. Dies hat nichts mit Vermögenssicherung zu tun. Gold und Silber wird als Absicherung zum Schutz gegen all die großen Risiken in der Weltwirtschaft und im Finanzsystem gekauft. Es wird zum Zwecke der Vermögenssicherung gekauft und sollte den Boden Ihrer Vermögenspyramide darstellen.

In einer Ära, in welcher Regierungen unbegrenzte Mengen Geld drucken und Schulden unbeschränkt ausweiten können, sind Edelmetalle die einzige Wertanlagen, welche die Kaufkraft und das Vermögen erhalten. Aber es muss in einem politisch sicheren Land und außerhalb des Bankensystems gelagert werden.

Wir hören aktuell von großen Liquidationen bei Gold und Silber durch kleine Investoren. Wer verkauft, hat den Zweck des Besitzes von Gold und Silber nicht verstanden. Sie wollen eine schnelle Mark verdienen und haben nichts mehr, wenn die echte Krise beginnt. Und es ist absolut garantiert, dass wir in den kommenden paar Jahren die größte Finanzkrise der Geschichte erleben werden.

Unser Unternehmen steht dem realen, physischen Goldmarkt sehr nahe und wir sehen keine Verkäufe physischen Goldes oder Silbers. Unsere Investoren verstehen Edelmetalle und sie wissen, warum sie physisches Gold und Silber halten. Sie sind nicht launisch oder nervös, nur weil Manipulatoren versuchen ihnen Angst zu machen, damit sie ihr Gold und Silber verkaufen. Sie wissen, dass ihre Edelmetalle in den kommenden paar Jahren nicht nur ihre Kaufkraft erhalten, sondern ihr Vermögen stattdessen vergrößern werden. Sie wissen auch, dass während die meisten Anlagewerte zusammenbrechen werden, darunter auch Papiergeld, sie alle Investments in großem Stil hinter sich lassen werden.

Wir sprechen auch mit unseren Freunden bei den schweizerischen Raffinerien. Diese produzieren 60 bis 70 % aller Goldbarren auf der Welt. Sie sehen weiterhin starke Nachfrage aus Asien, insbesondere China. Der Westen hat seit einigen Jahrzehnten physisches Gold verkauft, während der Osten es in massiven Mengen gekauft hat.

China begann während der großen Finanzkrise im Jahr 2008 ernstzunehmende Mengen physischen Goldes zu akkumulieren. Sie wussten was kommt und sie wussten, dass das westliche Finanzsystem die massive Geldschöpfung nicht überleben wird, welche der Westen in seinem nutzlosen Versuch zur Rettung des Systems eingeleitet hatte. Die Chinesen wissen auch, dass die Krise von 2006 bis 2009 nur eine Generalprobe war. Deshalb haben sie ihre Goldbestände seitdem substanziell erhöht.

Zu Beginn der Krise 2006 besaßen von den Ländern der Seidenstraße nur Indien und die Türkei substanzielle Goldmengen. Diese beliefen sich auf insgesamt 2.000 Tonnen. China begann 2008 zu einem großen Goldkäufer zu werden und seitdem hat es beträchtliche 15.000 Tonnen angehäuft. Die Gesamtkäufe der vier Seidenstraßenländer China, Indien, Russland und Türkei seit 2005 belaufen sich auf überwältigende 27.400 Tonnen. Dies bedeutet, dass 4 Länder in den vergangenen 12 Jahren die ganze Minenproduktion der Welt absorbiert haben. Diese Länder verstehen die unkontrollierbaren Risiken im Weltfinanzsystem vollständig und sie wissen auch, dass Gold der beste Schutz gegen diese Risiken ist.

Investoren sollten der Weisheit des Ostens folgen und weiterhin Gold und Silber zu den derzeit sehr vorteilhaften Preisen anhäufen. Es besteht für mich kein Zweifel, dass Gold und Silber in den kommenden paar Jahren ein Vielfaches des heutigen Preises wert sein werden.

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