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vom 12. April 2017

13 April 2017 (Redaktion, von unseren Kontakten in der Ukraine) Während die Weltöffentlichkeit durch die Eskalation in Syrien und durch Säbelrasseln in weiteren Regionen von der Ukraine abgelenkt wird, geht das Sterben in der Ostukraine – nicht nur im Donbass – unvermindert und in voller Härte weiter.

Donetzk wurde wieder mit den grausame Verletzungen verursachenden Phosphorbomben beschossen, und die Ortschaften der ländlichen Gebiete werden ebenfalls täglich mit Granaten beschossen. Wie schon seit 3 Jahren werden ausschließlich die Bevölkerung und deren lebenswichtige Infrastruktur gezielt unter Beschuß genommen. Täglich sterben Zivilisten. Doch alle Durchbruchsversuche der ukrainischen Armee und der Freiwilligen Bataillone konnten durch die Donbass-Armeen zurückgeschlagen werden.

Am 4. April konnte die Donbassaufklärung eine interessante Beobachtung machen: US-General a.D. John Philip Abizaid und der britische General Sir Nicholas Ralph Parker wurden an der Frontlinie zu Donbass gesichtet und eindeutig identifiziert. Sie haben offenbar das Kommando über die ukrainische Armee übernommen. Aus den Lebensläufen der beiden Generäle ist unschwer zu schlußfolgern, daß die NATO hier mindestens zwei, zwar nicht mehr den Armeen angehörige, aber höchst kampferfahrene, hochdekorierte, hochqualifizierte Männer an die Donbassfront geschickt hat. Möglicherweise sind die beiden Haudegen nicht die die Einzigen. Das läßt nicht den Schluß zu, daß an der Donbassfront Ruhe und Frieden einkehren soll, obwohl der US-Außenminister Tillerson bei seinem soeben absolvierten Besuch in Moskau übereinstimmend mit dem russischen Außenminister Lawrow und Präsident Putin verkündete, die Minsker Vereinbarungen müßten umgesetzt werden.



John Philip Abizaid (* 1. April 1951 in Coleville, Kalifornien)ist ein ehemaliger General der US Army und war vom Juli 2003 bis zum März 2007 Kommandeur des US Central Command (CENTCOM), zuständig für US-amerikanische Militäroperationen in 25 Ländern im Nahen Osten in der Region zwischen dem Horn von Afrika und Zentralasien und damit Befehlshaber über 250.000 US-Soldaten. Abizaid ist auch unter seinem nom de guerre „The mad Arab“ bekannt. Er hat Erfahrungen im Nahost- und Kosovo-Krieg: Während des Zweiten Golfkrieges, 1991, kommandierte er die 3. Kompanie des 325 Airborne Battalion Combat Team im Nord-Irak, um die Kurden vor irakischen Übergriffen zu schützen (Operation Provide Comfort). Ende der 1990er kommandierte er das 504. Fallschirmjägerinfanterieregiment der 82. US-Luftlandedivision und später die 1. US-Panzerdivision in Bosnien und Herzegowina. Nach seiner Pensionierung übernahm Abizaid den Vorsitz des Combating Terrorism Center an der US Military Academy in West Point. Abizaid ist Mitglied des Council on Foreign Relations und des International Institute for Strategic Studies. (Bild: gemeinfrei)

Der britische General Sir Nicholas Ralph „Nick“ Parker KCB, CBE (*13 Oktober 1954) ist ehemaliger Britischer Armee-Offizier. Er diente als Kommandeur der Landstreitkräfte bis Dezember2012. Seine Einsätze waren sowohl in Nordirland, in Sierra Leone, Irak  und Afghanistan. Er war „Governor of Edinburgh Castle“, Kommandant der „Joint Services Command and Staff College“ sowie Kommandant der „Regional Forces“.  Zwischen 2005 and 2006, diente Parker als „Deputy commanding general of Multi-National Force – Iraq“, Danach wurde er zum „General Officer Commanding, Northern Ireland“ ernannt. Sein Sohn, Harry, „Captain with The Rifles“, wurde in Afghanistan schwer verwundet und verlor beide Beine durch eine Straßenbombe. Noch im selben Jahr ließ sich Parker nach für ein Jahr nach Afghanistan (ISAF) versetzen und avancierte zum „commander of the British forces“ in Afghanistan und zum „Deputy commander of the International Security Assistance Force“ über 140.000 Truppenangehörige. Er war damit direkt unter dem US- General Stanley A. McChrystal (Juni 2010). Bild: Wikipedia, Quelle: Sir Nick Parker, Lizenz: Creatice Commons Attribution 2.0 Generic.



Und noch etwas bemerken die Anwohner im unkrainischen Grenzgebiet zum Donbass: Scharfschützinnen aus den NATO-Staaten Litauen, Lettland und Polen wurden ebenfalls an die Frontlinie gebracht. US-amerikanische und britische  Militärangehörige laufen seit zwei Monaten offen überall in der Ostukraine herum. In der Ukraine gibt es kaum noch Wehrpflichtige, die man rekrutieren könnte. Seit etwa einer Woche wird erneut schweres Kriegsgerät von Seiten der Ukraine an die Frontlinie gebracht.

Daraufhin wurde als Reaktion am 6. April von der DVR (Donetzker Volksrepublik) eine Übung zur freiwilligen Generalmobilmachung angesetzt. Sachartchenko hatte die Übung zur Zählung des Verteidigungspotentials der DVR angesetzt. Außerdem berichten Quellen aus dem Donbass, daß alle Armeedienst- und kampferfahrenen Männer der DVR mit Waffen versorgt werden, die sie nach Hause mitnehmen und aufbewahren. Diese Freiwillige Mobilmachung brachte zusätzliche 30.000 Männer, die in die Widerstandsarmee integriert wurden.

Wie Sachartchenko in einer Mitteilung erklärte, leben im Donbass zwei Millionen erwachsene Menschen, „die bereit sind, ihre Heimat gegen den Faschismus zu verteidigen“. Zu diesem Donbass-Widerstand selbst sind dann noch die Freiwilligen aus Rußland und Tschetschnien sowie die Kosakenregimenter hinzuzuzählen, die seit etwa vier Wochen täglich im Donbass eintreffen, um die Donbassbevölkerung gegen den zu erwartenden Großangriff der Ukraine zu verteidigen.

Nach den Verlautbarungen der Donbass-Armeeführung ist, falls Kiew die erwartete Großoffensive tatsächlich startet, der Widerstand gut ausgerüstet, um den Donbass zu verteidigen. Ebenfalls sollen Pläne erarbeitet worden sein, welche Aufgaben die einzelnen Kämpfer und Abteilungen haben und wo sich die Einheiten formieren. Hier zwei Propaganda-Videos aus dem Donbass, die die Entschlossenheit der Gegenwehr demonstrieren sollen.

Von der DVR  (Donetzker Volksrepublik) und LVR (Luhansker Volksrepublik) wurden an den Grenzübergangsstellen Zentren für soziale Unterstützung und administrative Dienstleistungen im Rahmen des humanitären Prozesses zur Wiedervereinigung der Donbassbevölkerung für die Menschen der Ostukraine eingerichtet, die in den von Kiew besetzten Gebieten leben.

Dort, in den von Kiew besetzten ostukrainischen Gebieten, wächst der Terror und die Schikaniererei der Besatzungstruppen gegen die Zivilbevölkerung. Je mehr die west- und zentralukrainische Bevölkerung verarmt, desto mehr leidet die ostukrainische Zivilbevölkerung. Ostukrainische Männer werden von Soldaten der rechtsextremen, „Freiwilligen Bataillone“ und der regulären, ukrainischen Armee gekidnappt und müssen dann von der Familie des Opfers freigekauft werden. Wenn nicht gezahlt wird, wird das Opfer umgebracht. Die Lösegeldforderungen müssen in US-Dollar oder Euro gezahlt werden.

In solche „Entführungs-Geschäfte“ war auch der Oberst des ukrainischen Geheimdienstes SBU in Mariupol verwickelt. Kurz vor seiner Verhaftung sollte er mittels gezündeter Autobombe umgebracht werden. Er verlor bei dem Attentat beide Beine, lebte aber noch. Es gilt in der Ostukraine als allgemein bekannt, daß die Gelder dieser „Geschäfte“ angeblich bis hoch an die Kiewer Regierung verteilt werden. Daher mußte verhindert werden, daß der Oberst des SBU das Attentat überlebt. Man ließ ihn offenbar im Krankenwagen verbluten. Ein weiteres einträgliche Geschäft ist auch die Vertreibung der Ostukrainer aus ihren Häusern und Wohnungen. Das gestohlene Eigentum wird dann verkauft.

Für die Ukraine ist das ein fataler Schritt. Ohne die Donbass-Anthrazit-A-Kohle können die Kohlekraftwerke in der Ukraine nicht mehr betrieben werden. Kohlekraftwerke in Ukrainka bei Kiew, Dnepropetrowsk und Charkow wurden bereits wegen Kohlemangels stillgelegt. Kiew verkündete zwar, man werde dann eben Kohle aus Südafrika, Australien, England oder den USA beziehen, das wird aber kaum durchführbar sein, weil die Kohlekraftwerke für diese Kohlearten nicht ausgelegt sind . Es müßte dazu ein technischer Umbau erfolgen, wofür der bankrotten Ukraine das Geld fehlt. Außerdem wurden bis jetzt noch keine Lieferverträge mit den genannten Ländern geschlossen. Möglicherweise, so vermuten unsere Quellen, weil die Geschäftspartner in den genannten Ländern an der Zahlungsfähigkeit der Ukraine zweifeln.

Auch große Metall- und Stahlverarbeitende Betriebe waren gezwungen, wegen Kohlemangels die Produktion einzustellen. Davon betroffen ist auch das mächtige Dnepropetrowsker Metall-Kombinat in Kamenskoe mit 10.500 Mitarbeitern. Der jährliche Export von Metallwaren von hier aus beträgt 200.000 Tonnen, die in Devisen abgerechnet werden.

Der Kohlemangel in den stromerzeugenden Kraftwerken zwingt die Betreiber, die Stromproduktion zu reduzieren und so wird täglich stundenlange der Strom abgeschaltet, so daß auch in anderen Fabriken nichts produziert werden kann. Die Ukraine de-industrialisiert sich zunehmend, die Arbeitslosigkeit wird immer größer, die Staatsverschuldung auch, die Werke und Fabriken verfallen und das Volk leidet – die ganze, ehemals blühende – Ukraine versinkt in Elend und Zerstörung.

Trotz der rapide steigenden Armut und Arbeitslosigkeit sind Preiserhöhungen in der Ukraine an der Tagesordnung. Die Westukrainer bekommen nun immer brutaler die Konsequenzen der Kiewer Kriegstreiberei und der furchtbaren, russenfeindlichen Politik des Westens zu spüren. Das Lobpreisen der Erlangung der „Vorzüge der EU“, mit denen viele Ukrainer auf den Maidan eingestimmt wurden, klingt vielen Westukrainern heute als blanker Hohn in den Ohren. Die Stimmung in der Westukraine ist verzweifelt und aggressiv. Daher wagte man zwar nicht, den Gaspreis schon wieder zu erhöhen, stattdessen hat man einfach eine „Bereitstellungsgebühr“ für Gas eingeführt. Die „Bereitstellungsgebühr“ wird allerdings in der Höhe des Gasverbrauches noch obendrauf geschlagen, ergo wird das Gas für den Endverbraucher 100% teurer.
Bereits 60% der Ukrainer leben heute schon unter der Armutsgrenze – Tendenz steigend.

In Kiew selbst haben der Rechte Sektor sowie die Radikalnationalisten das Sagen. Dementsprechend ist das Leben in der Hauptstadt ziemlich von Anarchie und willkürlichen, rechtsideologisch- rassistischen Aktionen geprägt. Zum Beispiel werden plötzlich Russische Banken blockiert, ausgeraubt und bisweilen die Eingänge zu den Banken zugemauert. Die russische „SBER Bank“, ein Hauptangriffsziel der Rechten, hat nach einigen solcher Vorfälle ihren Geschäftsbetrieb in der Ukraine komplett eingestellt. Die Bank wurde an eine litauische Bank und an ein weissrussisches Bankhaus verkauft.
Aber auch alles Polnische ist ein Haßobjekt der Faschisten. Die polnische Botschaft in Lutzk (Galizien) wurde mit einer Panzerfaust beschossen. Morde an Kritikern sind an der Tagesordnung.

In der Situation völlig rechtsfreier Räume in der Ukraine sind auch pure Zerstörungswut und Anschläge aller Art Alltag geworden. Auch eventuelle Probleme werden zunehmend skrupellos und mit brachialer Gewalt „gelöst“. In Balakleja/ Bezirk Xarkow zum Beispiel brach in einem Munitionslager „vollkommen unverhofft“ an verschiedenen Stellen gleichzeitig ein Brand aus. Die gesamte gelagerte Munition explodierte. Unter der – wie immer leidtragenden – Zivilbevölkerung gab es Tote und Verletzte. Jeder in der Ukraine weiß, daß dieser Brand an mehreren Stellen vorsätzlich gelegt wurde und auch den Grund: So konnte der Fehlbestand an Munition vertuscht werden und die Regierung in Kiew hat wieder einen Grund, den „Westen“ für die Sicherung der Munitionslager um Kredite anzupumpen. Der verheerende Brand war noch nicht unter Kontrolle, als Kiew tatsächlich schon für die Sicherung der Munitionslager einen Finanzbedarf von 172 Mio. anmeldete. Dieses Geld könne die Ukraine nicht aufbringen, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Bei dem Munitionslager handelt es sich allerdings nicht, wie in den Medien berichtet, um das größte Munitionslager der Ukraine. Es ist eines der größeren Lager.

Als die sowjetische Armee damals, Anfang der 90er Jahre aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechoslowakei, Polen und der DDR ihre Soldaten abzog, wurde deren gesamte Munition und Kriegstechnik in der Ukraine gelagert. Die größten Munitionslager der Ukraine aus Sowjetzeiten befinden sich in der Westukraine, in den Karpaten.

Der verfahrene Krieg an der Grenze zum Donbass, die Gewalttaten im eigenen Territorium in der Ostukraine, der dramatische Verfall der Wirtschaft und der öffentlichen Sicherheit und Rechtssicherheit, die explodierende Kriminalität, die faschistischen Räuberbanden und ihre Umtriebe im ganzen Land sind aber noch nicht alles: Die radikalen Rechtsparteien bereiten offensichtlich einen Putsch in der Ukraine vor. Daß der Putsch noch nicht statt gefunden hat, liegt anscheinend daran, so vermuten unsere Quellen in der Ukraine, daß man sich untereinander über die Verteilung „der Posten“ noch nicht einig ist und daß immer zur passenden Zeit die Kämpfe an der Donbassfront eskalierten, wenn Poroschenko & Co merkten, daß der Putsch akut vor ihrer Haustür stand. Julia Timoshenko mischt hier mit ihrer Vaterlandspartei kräftig mit. Dennoch wissen die Ukrainer, daß das Pulverfaß Ukraine kurz vor dem Explodieren ist, und daß es nicht mehr lange dauern wird.

Poroshenko & Co haben bereits Ende März ihr beachtliches Vermögen,  ihre Wertsachen und teilweise ihre Familien in den Westen ausfliegen lassen.

Unsere Kontakte gehen davon aus, daß der rechtsextreme Putsch nach Ostern, wahrscheinlich für die zweite Aprilhälfte geplant ist. Um diesen anstehenden, neuen Maidan in Kiew zu verhindern, wird höchstwahrscheinlich nach Ostern ein Großangriff an der gesamten Frontlinie zum Donbass erfolgen. Dies ist die einzige Chance für die Kiewer Regierung, sich noch weiter an der Macht zu halten. Das könnte auch das massive Auftreten der NATO-Kräfte und solch hochangesiedelter Militärberater wie die beiden oben angeführten Generäle erklären.

Bei einem erfolgreichen, zweiten Maidan würde die neue, wahrscheinlich faschistische Rechtsregierung für den Westen unberechenbar und den USA liefe die gesamte Region aus dem Ruder. Das wäre nicht nur eine bodenlose Blamage für den Westen, sondern auch ein höchst kostspieliger Verlust aller „Investitionen“ in eine neue, dem Westen angehörende Ukraine als weiterer Brückenkopf der NATO bis direkt an die Grenze Rußlands. Der großen Geopolitik der USA/Großbritanniens würden hier die Felle davonschwimmen. Da es auch in Syrien nicht so läuft, wie vom Westen geplant, steht einiges auf dem Spiel. Die Zeit läuft.

Ein Bürgerkrieg in der Ukraine ist sowohl unter einem neuen Maidan als auch unter einer danach möglichen faschistischen Militärjunta sicher, aber auch unter einer niedergeschlagenen Revolte. Der rechte Sektor wird eine Niederlage nicht hinnehmen. Ein Großangriff auf den Donbass kann sehr wohl in einer Niederlage des Westens enden. Sollte der Westen siegen, wäre das Abschlachten im Donbass ein Schandfleck, den der Westen niemals wieder kaschieren kann, und Rußland wäre zum Handeln gezwungen. Was das heißt, muß hier nicht mehr erläutert werden. Der Westen muß also in der Ukraine zu einem Ergebnis kommen. Das ist jedoch nicht so einfach, wie man sich das gedacht hatte, als man den Maidan anfing.

Quelle