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Michael Winkler

Ach, Uwe Böhnhardt war tatsächlich nicht in den Fall Peggy Knobloch verwickelt? Es handelte sich nur um ein kleines Stück Stoff, das die Polizei bei ihren Ermittlungen versehentlich von einem anderen Tatort eingeschleppt hat? Das ist nichts Neues, das ist schon seit Monaten bekannt.
Allerdings wirft dieser Vorfall neue Fragen auf: Peggy Knobloch ist am 7. Mai 2001 verschwunden, Uwe Böhnhardt wurde am 4. November 2011 verselbstmordet. Wie also konnten die Spuren der beiden Fälle vermischt werden? Die Spuren im Fall Peggy wurden 2001 gesichert, nach mehr als zehn Jahren ist die Fundstelle allgemein kontaminiert, also wurde dort nichts Neues aufgesammelt. Die einzige Möglichkeit ist eine Vermischung der Asservate, also ein absolut unsauberes Arbeiten in der Dienststelle. Nur weil Böhnhardt entsprechend bekannt ist, wurde diese „neue Erkenntnis“ überhaupt veröffentlicht. Es beweist jedoch eindeutig, daß solche Vermischungen vorkommen, mithin die Strafverfolgung unsauber arbeitet. Ich frage mich, wie oft das sonst geschieht – und wie viele Unschuldige Opfer solcher Schlampigkeit geworden sind. Unsere Justiz verdient kein Vertrauen – auf allen Ebenen.

Merkel hat nichts gewußt und von der manipulierten Software bei VW-Dieselfahrzeugen erst aus der Presse erfahren. Das ist die Standard-Antwort, die wir bei solchen Fragen immer zu hören bekommen. Da frage ich mich, wieso wir Geheimdienste unterhalten. Politiker, die von nichts wissen und von nichts eine Ahnung haben, können wir uns nicht leisten. Im Fall der Tunix-Kanzlerin gehe ich davon aus, daß sie einfach zu faul gewesen ist, ihre Hausaufgaben oder auch nur ihre Pflicht zu tun. Gemäß ihres Amtseides („Schaden vom deutschen Volk zu wenden“) wäre sie obendrein gehalten gewesen, über inoffizielle Kanäle in Amerika zu intervenieren, um die Folgen dieses Skandals abzumildern. Angeblich haben die amerikanischen Behörden bereits ein Jahr ermittelt, bevor die Manipulation bekanntgegeben wurde. Wie schlecht ist das Verhältnis zwischen den USA und Merkeldeutschland damals, zur Obama-Zeit, gewesen, daß nichts auf inoffiziellen Kanälen durchgesickert ist? Ich kann daraus nur schließen: Unsere vielfach preisgekrönte Leitkuh hat entweder völlig versagt oder mit böser Absicht gehandelt.

Erdogan-Kritiker müssen damit rechnen, in der Türkei ohne ein faires Verfahren im Gefängnis zu landen. Ja, das ist schlimm, aber was, bitte, ist ein faires Verfahren? Gibt es das vor deutschen Gerichten? Wie fair war ein Verfahren, das einen „Schutzsuchenden“, der ein sechsjähriges Mädchen vergewaltigt hat, mit 20 Monaten auf Bewährung davonkommen läßt? Wie fair sind Verhandlungen, die Menschen wegen bloßer Meinungsäußerungen, ohne daß irgendwo ein Schaden entstanden wäre, ins Gefängnis stecken? Wie fair sind Gerichte, die eine 88jährige Frau zu Gefängnis verurteilt, weil sie die Frage stellt, wo denn nun der Holocaust geschehen ist? Wenn ausgerechnet Merkeldeutschland der Türkei Nachhilfe in Demokratie erteilen will, dann ist das wie ein beidseitig Beinamputierter, der einem anderen Tips für einen Marathonlauf geben will. Der totale Merkelstaat hat längst erreicht, was Erdogan gerade anstrebt. Und anders als in der Türkei wurde bei uns keine Volksabstimmung über Merkels Selbstermächtigung abgehalten.

Der größte Unterschied zwischen zwölf Jahren Hitler und zwölf Jahren Merkel besteht darin, daß die Zerstörungen nach Hitler äußerlich sichtbar gewesen waren.

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