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Donald Trump ist das perfekte Feindbild

Der linksgrüne Meinungs-Adel kann sich die Hände reiben. Er braucht nicht länger mühevoll Feindbilder zu produzieren, oder herbei zu schleifen, um seine eigene Gesinnung zu stärken, alles Übel der Welt damit zu erklären, oder von der eigenen Verantwortung abzulenken. Jetzt hat er mit Donald Trump den Teufel frei Haus. Und dieser tut den Deutungs-Oligarchen scheinbar fast jeden Gefallen.

Wie schwierig und mühsam war doch das Geschäft der hohen Deutungs-Priester in den vergangenen Monaten gewesen: Erst mussten „Wutbürger“, „Pack“ und „Nazis in Nadelstreifen“ herhalten, um den irrationalen und „rechtspopulistischen“ Widerstand gegen alternativlose politische Projekte vorzuführen und lächerlich zu machen.

Dann die bösen Russen, insbesondere deren Hacker. Schließlich die digitale Fake-News-Armada der renitenten Hass-Geschwader im Internet, die das schöne Narrativ des Deutungs-Adels zunehmend in Zweifel ziehen und seit 2016 in wachsendem Maße die Oberhand gewinnen. Ihnen konnte man nur mit größtem Aufwand – und der früher einmal unvorstellbaren Gefügigkeit der etablierten Medien – entgegentreten, und das nicht einmal mit dem erwünschten Erfolg.

Es war ein Sinking Feeling. Bis Trump kam.

Jetzt hat das Böse wieder einen Namen – und ein perfekt karikaturengeeignetes Gesicht. Trumps Hau-Drauf-und-mach-Schluss-Stil – zumindest der, der uns durch die Leitmedien vermittelt wird – hilft den Wahrheitsvermittlern enorm. Da sitzt ein Wüterich im Weißen Haus. Er führt keinen Orchesterstab wie ein einfühlsamer Maestro. Er hat gleich seinen größten Baseball-Schläger mitgebracht, um die aufmüpfige Opposition zu erschlagen.

Wie seltsam nur, dass man in internationalen Medien ein viel differenzierteres Bild dieses neuen Präsidenten vermittelt bekommt als im deutschen Blätterwald. Man lese zum Beispiel diese ausführliche Analyse in der Asia Times mit der Schlagzeile, die einem Motto der Alt-Linken entlehnt ist: „Stell Dir vor, es gibt einen Handelskrieg und keiner geht hin.“ Dort wird im Detail dargelegt, dass Trump sich als Geschäftsmann keine Handelskonflikte zum Ziel setzt, sondern durch harte Positionen und Verhandlungen für sein Land vorteilhafte Ergebnisse heimfahren will. Hier ein kleiner Auszug aus der Analyse:

Die Mainstream-Finanzmedien mutmaßen, dass der neue US-Präsident ein gefährlicher Unruhestifter ist und dass sein Treiben die Weltwirtschaft in die Knie zwingen wird. Das Komische ist, dass die Aktienkurse eher hoch als runter gehen und dass das Risiko an der Börse jetzt als geringer bewertet wird.“

Oder man lese aufmerksam den Bericht von John Mauldin im Market Oracle. Mauldin schildert nach Gesprächen mit einigen Mitgliedern von Trumps Team, wie jede der jetzt als verrückt, überstürzt und chaotisch dargestellten Entscheidungen der neuen Regierung seit langer Zeit geplant war und minutiös in 30 eigens eingesetzten Teams umgesetzt wird, und zwar Schritt für Schritt:

„ Ich durfte kurz auf einen der Pläne für eines der Ministerien schauen (ohne wirklich alles lesen zu können). Das waren so um die 100 Seiten mit allen Details, welcher Präsidenten-Verordnung es bedürfe, wer ersetzt werden müsse und welche Maßnahmen (aus der Zeit von Obama) zurück genommen oder verändert werden müssten. Mir wurde gesagt, dass diese Art von Planung für jedes Ministerium vorgenommen wurde. Mein Eindruck ist, dass da einige Leute von verschiedenen Think Tanks beteiligt sind, die Erfahrung mit dem Wechsel von einer zur nächsten Regierung haben. Eine so detaillierte Planung kann man nicht in zwei Monaten aufstellen. Mir scheint das seit Jahren aufgesetzt worden zu sein – und jetzt wird es umgesetzt.“

Von Überraschungen, überstürzten Maßnahmen, oder hektischem Chaos kann hier also keine Rede sein. Aber als „überraschend“ hatten uns die etablierten Medien ja auch den BREXIT, den Wahlsieg von Trump und die Übernahme der Kanzlerkandidatur durch Martin Schulz dargestellt, neben vielen anderen Ereignissen und Entscheidungen, die bei näherem Hinsehen durchaus logisch und absehbar waren.

Da sich der Mainstream-Journalismus hierzulande in durchsichtiger Manier darauf beschränkt, Trump für jede Tat zu verteufeln – und vom „Einreisestopp“ für Moslems bis hin zur Handelspolitik auf viele lästige Details zu verzichten – kann man ihn umso einfacher als den neuen Feind abstempeln und – so hoffen die Linksgrünen – schon bald zu erledigen, wenn man schon nicht das Weiße Haus in die Luft sprengen (Madonna) oder Trump einfach umbringen kann (Idee von Josef Joffe).

Wen wundert es da noch, dass so mancher Beobachter einen linken Faschismus heraufziehen sieht, der sich um Gesetze nicht schert, wenn sie der Durchsetzung von ideologischen Zielen im Wege stehen. Dieser verheerende Zeitgeist treibt zunehmend sogar die Union und die SPD um, obwohl diese abgehalfterten Parteien ihn maßgeblich auf den Steigbügel gehievt haben.

Aber egal: Der beklagenswerte Zustand der Welt – mit schwachem Wachstum, eskalierenden Schulden, wackelnden Banken, horrender sozialer Ungleichheit und dem eklatanten Vertrauensverlust vieler Menschen in die Institutionen – hat jetzt einen Verursacher, auch wenn der erst seit dem 20. Januar im Oval Office „wütet.“

Eine ehrliche, mühsame und schmerzhafte Aufarbeitung dessen, was auf unserem Globus schiefläuft, hat sich nun endgültig erübrigt, Trump ist der Blankoscheck für alle Schuldzuweisungen. Statt Selbstkritik für den ganzen Schlamassel zu üben, können sich die Verantwortlichen nun ganz darauf konzentrieren, sich grenzenlos zu empören – und die Erinnerung getrost auszuschalten.

Dass Barack Obama der Präsident mit den meisten Drohnen-Morden war, einen Friedens-Nobelpreis mit der Fortführung illegaler Kriege quittierte, „Freunde“ und Verbündete“ nach Lust und Laune abhörte und für die aktuelle Migrationskrise maßgeblich verantwortlich ist: Scheiß drauf. Schreib´s auf das Konto von Trump, da ist jetzt alles richtig verbucht.

Ganz ehrlich: Man könnte schon nach Tagen mehrere Bücher über Trumps unglücklichen Stil schreiben, über seine schroffe Art, sein widerliches Macho-Gehabe und alles, was denkende Menschen stört an dem Mann. Aber ihn so einseitig darzustellen, wie wir das jetzt sehen, ist dreiste Ablenkung, unverantwortliche Propaganda und Fake News auf nahezu industriellem Niveau.

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