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Club Med bankrott

Italien, Frankreich, Griechenland sind die großen Problemkandidaten für 2017. Jedes einzelne Land könnte mit seinen wirtschaftlichen und den daraus resultierenden politischen Problemen den Euro sprengen.

Von Matthias Weik und Marc Friedrich

Italien

Italien liegt volkswirtschaftlich gesehen nach wie vor am Boden. Es ist hinlänglich bekannt, dass Italien bis zum Beitritt zum Euro lediglich dank seiner Weichwährung ökonomisch überlebensfähig war. Auf Grund von kontinuierlichen Abwertungen blieben italienische Waren auf den Weltmärkten konkurrenzfähig. Zwischen 1971 und dem Euro-Start verlor die italienische Währung zur D-Mark weit mehr als 80 Prozent. Im Korsett des Euros ist eine Abwertung und folglich ein Päppeln der eigenen Wirtschaft ohne schmerzhafte Reformen durchzuführen, nicht mehr möglich.

Zweifellos geht es dem Land heute wesentlich schlechter als vor der Einführung des Euros. Die Staatsverschuldung liegt mittlerweile bei 137 Prozent. Das Land bekommt seine grassierende Arbeitslosigkeit nicht in den Griff. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt mittlerweile über 40 Prozent und die Gesamtarbeitslosigkeit liegt bei 12,6 Prozent. Die Wirtschaft darbt weiter und die Industrieproduktion des Landes stagniert auf dem Niveau von 1986. Damit lassen sich keinesfalls die Schulden von 2016 bezahlen.

Italiens Banken stehen nach wie vor mit dem Rücken zur Wand. Mehr als 360 Mrd. Euro an faulen Krediten haben die italienischen Banken in ihren Büchern, 198,922 Milliarden Euro davon mit mehr als 90 Tage im Zahlungsverzug. Die Bank Monte dei Paschi, das drittgrößte Kreditinstitute Italiens sowie die älteste noch existierende Bank der Welt, steht vor immensen Problemen und wird entgegen der EU Gesetze verstaatlicht.

Von knapp 110 Milliarden Euro Kreditvolumen gelten laut EZB mindestens 47 Milliarden als akut ausfallgefährdet. Das Referendum im Dezember ist nicht im Sinn der Regierung und der EU ausgegangen. Ministerpräsident Matteo Renzi ist nach dem Scheitern seiner Verfassungsreform zurückgetreten.

Prognose für Italien für 2017

Italiens Banken werden in Kürze die Hand nach frischen Geld aufhalten müssen. Ob das Geld vom italienischen Steuerzahler kommt ist noch nicht klar. Wir gehen jedoch davon aus, dass genau das geschieht und eben nicht die Gläubiger zur Kasse gebeten werden. Bei Monte dei Paschi wurde die Bankenunion schon innerhalb kürzester Zeit ad absurdum geführt.

Wir prognostizieren jetzt schon, dass immer neue Milliardenlöcher bei der Bank und bei anderen Geldinstituten gefunden werden. Das letzte Referendum hat ganz klar bestätigt, dass es auch zukünftig in Italien keine tiefgreifenden Strukturreformen geben wird. In Italien gab es seit 1948 insgesamt 60 Regierungen und bald wird es wieder eine neue Regierung – wir gehen von baldigen Neuwahlen aus. Wir gehen davon aus, dass bei diesen Neuwahlen die Euro- und EU-feindlichen Parteien als Sieger hervorgehen.

Im Falle eines Wahlsieges der 5-Sternebewegung und einer starken Lega Nord ist von einem Referendum bezüglich eines Euroaustritts Italiens auszugehen. Gegenwärtig sehen wir die Chance als extrem hoch an, dass sich die Italiener in diesem Falle für einen Austritt aus der Eurozone entscheiden. Die Implikationen eines solchen Austritts möchte sich heute weder jemand in Rom, Brüssel, Berlin noch bei der EZB in Frankfurt vorstellen.

Frankreich

Die Wirtschaftsmacht Nummer zwei in der Eurozone unser wichtigster Partner und Absatzmarkt in Europa kommt – nicht auf die Beine. Ebenso wie die Italiener haben auch die Franzosen ihrer Währung fleißig abgewertet um Wettbewerbsfähig zu bleiben. Allein zwischen 1971 und 1989 verlor der Französische Franc mehr als die Hälfte seines Wertes.

Tiefgreifende Strukturreformen sind im Lande des „savoir-vivre“ dringend erforderlich jedoch von der Bevölkerung genauso wie in Italien nicht erwünscht. Das französische Arbeitsgesetz („Code du Travail“) regelt auf knapp 4.000 Seiten von Toilettenpausen bis zur Größe der Bürofenster so ziemlich alles. Folglich ist der Arbeitsmarkt des Landes entsprechend starr und international nicht konkurrenzfähig.

Der Euro ist für Frankreich genauso wie für Italien viel zu stark. Die volkswirtschaftlichen Eckdaten zeigen den desaströsen Zustand des Landes schonungslos auf. Die Industrieproduktion liegt nach wie vor auf dem Niveau von 1995. Die Verschuldung liegt mittlerweile bei 2,17 Billionen Euro. Das sind 98,4 Prozent des BIP. Bereits 2013 haben die drei großen Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitsch Frankreich das Spitzenrating aberkannt.

Das Land hat auch 2016 seine Arbeitslosigkeit nicht in den Griff bekommen. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 24 Prozent. Nur wenn sich Frankreich reformiert und wieder auf die Beine kommt, kann die Euro-Zone langfristig existieren. Dies sehen wir gegenwärtig jedoch nicht.

Prognose für Frankreich für 2017

In Frankreich wird am 23. April 2017 ein neuer Präsident bzw. eine neue Präsidentin gewählt. Es ist davon auszugehen, dass es zu einer Stichwahl am 7. Mai 2017 kommt. Sollte sich die wirtschaftliche Lage in Frankreich nicht verändern – wovon wir nicht ausgehen – dann ist ein Wahlsieg Marie Le Pens vom Front National keineswegs abwegig. Dieser Wahlsieg wird dann Europa vollends auf den Kopf stellen und das schleichende Ende der EU und des Euros endgültig einläuten.

Griechenland ist bankrott und wir sehen unser Geld nie mehr

Griechenland ist nach wie vor pleite! Es wird von höchster Ebene seit Jahren nichts weiter als Insolvenzverschleppung betrieben. Wir werden das Steuergeld für die „Griechenlandrettungspakete“ nie wiedersehen, das sollte uns allen klar sein. Bei der letzten Tranche für Griechenland, Ende Oktober 2016, in Höhe von 2,8 Milliarden Euro, war es eigentlich Bedingung, dass der IWF sich an dieser ebenfalls beteiligt.

Der IWF hatte sich jedoch mit der Begründung verwahrt, dass Griechenland niemals in der Lage sein wird, seine Schulden zurückzuführen. Kein Politiker konnte uns bisher erklären, wie das bankrotte Griechenland das Geld jemals zurückzahlen kann, wenn nicht einmal Deutschland – als Exportweltmeister mit Rekordsteuereinnahmen im Zuge einer Niedrigzinsphase – es schafft, seine Schulden zu bezahlen. Es ist an der Zeit aufzuhören, gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen.

In Griechenland bekommen, laut der Athener Zeitung „Ta Nea“ unter Berufung auf Daten des statistischen Amtes (Elstat), 90 Prozent der Arbeitslosen heute kein Geld mehr vom Staat. In mehr als 350.000 Familien hat niemand einen Job. In Griechenland gibt es Arbeitslosengeld maximal ein Jahr lang.

Anschließend gibt’s es nur noch für ein weiteres Jahr eine monatliche Unterstützung von 200 Euro. Wer danach keinen Job findet erhält kein Geld mehr. Auf Grund der dramatischen Lage am Arbeitsmarkt haben in den vergangenen sechs Jahren mehr als 300.000 gut ausgebildete Menschen das Land verlassen. Ein Land ohne Jugend ist jedoch ein Land ohne Zukunft.

Prognose Griechenland

Griechenland wird auch in Zukunft am Tropf der EU hängen. In Griechenland wird es wirtschaftlich weiter bergab gehen. Die Privatisierung von Volkseigentum wird weiter voranschreiten. Weiterhin werden viele junge Menschen mangels Perspektiven ihr Land verlassen. Einen Austritt aus der EU sehen wir für 2017 nicht.

Wir gehen davon aus, dass der bitter notwendige Schuldenschnitt/Erlass für Griechenland spätestens nach der Bundestagswahl kommen wird, da das Land niemals seine Schulden bezahlen kann. Staaten bezahlen niemals ihre Schulden. Aus diesem Grunde ist von Investments in Staatsanleihen wie beispielsweise Lebensversicherungen, Riester, Rürup… grundlegend abzuraten und in Sachwerte zu investieren.

Quelle