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Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, muss sich wegen einer umstrittenen Millionenzahlung zu ihrer Zeit als französische Finanzministerin ab heute vor einem Pariser Gericht verantworten.

Der 60-Jährigen wird vorgeworfen, durch fahrlässiges Handeln eine Veruntreuung öffentlicher Gelder ermöglicht zu haben.

Lagarde hatte vor knapp zehn Jahren grünes Licht für ein Schiedsverfahren gegeben, bei dem dem französichen Geschäftsmann Bernard Tapie eine Entschädigung von mehr als 400 Millionen Euro
zugesprochen wurde. Tapie sah sich beim Verkauf seiner Anteile am deutschen Sportartikelhersteller Adidas von der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais geprellt.

Die Justiz ermittelt gegen mehrere Beteiligte wegen des Verdachts auf bandenmäßigen Betrug, es soll Verbindungen zwischen Tapie und einem der drei Schiedsmänner gegeben haben.

Lagarde hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu ein Jahr Haft und 15.000 Euro Strafe. Verhandelt wird vor dem Gerichtshof der Republik, der nur für Rechtsverstöße von Ministern im Rahmen ihrer Amtsführung zuständig ist. Das Urteil fällen drei Berufsrichter und zwölf Parlamentarier aus Nationalversammlung und Senat.

Die Französin war 2007 vom damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy zur Wirtschafts- und Finanzministerin ernannt worden. 2011 wechselte sie nach dem Rücktritt ihres Landsmanns Dominique Strauss-Kahn als IWF-Chefin nach Washington.

In der Forbes-Liste der einflussreichsten Frauen belegte Lagarde in den Jahren 2015 und 2016 jeweils Rang sechs.

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