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Die Beruhigungspillen der Politiker und der Medien sind unsäglich. Berlin verändert alles. Die Angst geht um. Vorsitzender der Innenministerkonferenz spricht von einem „Kriegszustand“. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Von Michael Mross

Gestern Nachmittag in einem Berliner Cafe. Gähnende Leere. Woran das wohl liegt? Vielleicht alle im vorweihnachtlichen Urlaub? Die Kellnerin zuckt die Schultern.

Dann eine SMS von einem Freund, mit dem ich mich am Abend zum Dinner verabredete. Das war vor einer Woche. Inhalt der Kurzmitteilung:“Können wir unser Treffen verschieben?“ Ich frage warum? Antwort: Solange der Attentäter noch frei rumläuft wolle er das Haus ungern verlasen.

Ich antworte: „Aber wir treffen uns doch weit entfernt vom Anschlagsort. Was soll denn passieren?“ – Keine Chance.

Am Abend dann im Maredo in Berlin Mitte. Ich bin der einzige Gast. Frage an den Kellner: „Was ist denn hier los? Alle schon im Weihnachtsurlaub?“

Anwort: „Unsere Restaurants sind heute leer. Das würden auch die Kollegen an anderen Standorten bestätigen. Liegt wohl an dem Anschlag am Ku’damm.“

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), spricht von einem „Kriegszustand“. „Wir müssen konstatieren, wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten“, sagte er. Bouillon kündigte verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an. Es stehe zu befürchten, dass es Nachahmer gebe.

Was für ein Kriegszustand? Und können wir einen solchen Krieg gewinnen?

Ganz sicher nicht. All‘ die Überwachungsmaßnahmen – sinnlos. Treffen nur Unbescholtene, nicht Terroristen. Die ganze Wahrheit: Wir sind dem Terror schutzlos ausgeliefert. Es kann jeden treffen, jederzeit. Das merkt man in Berlin. Hier geht die Angst um.

Es ist kein Krieg. Es ist ein Angriff auf unsere Zivilisation. Bei einem Krieg kann man Waffen einsetzen, um sich zu verteidigen. Bei einem LKW, der in eine Menschenmenge rast, helfen keine Waffen.

Das nächste Massaker ist programmiert. Die ISIS hat’s schon angekündigt.

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