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Niedersachsen erlaubt Vollverschleierung an Schulen

Der Kultusausschuss des niedersächsischen Landtags hat entschieden, dass eine 16-jährige muslimische Schülerin mit ihrem Niqab am Unterricht teilnehmen darf. Begründung: Die Vollverschleierung diene dem Integrationsprozess.

Eine 16-järige Schülerin aus Belm (Landkreis Osnabrück) trägt bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 einen Niqab-Gesichtsschleier, der lediglich die Augenpartie freihält. Die Schule habe dies erst Ende August an die Landesschulbehörde gemeldet – nachdem das Verwaltungsgericht Osnabrück einer Abendgymnasiastin das Tragen eines Niqab im Unterricht untersagt hatte. Seither ist die Vollverschleierung in Schulen in Niedersachen nicht erlaubt.

Nun hat der Kultusausschuss des Landtags sich eingeschaltet und entschieden: Die junge Frau darf in Vollverschleierung zur Schule. Man wolle sie nicht dazu zwingen, den Schleier abzulegen, erklärte Staatssekretärin Erika Huxhold.

Der Grund: Nach Aussagen aller Beteiligten sei der Schulfrieden durch die voll verschleierte 16-Jährige nicht gefährdet, erläuterte Huxhold. Es habe in der ganzen Zeit keine Beschwerden von Mitschülern, Lehrern oder Eltern gegeben. Das Wohl des Mädchens stehe im Vordergrund, hieß es.

Landesweit sind laut „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ vier weitere Fälle bekannt, in denen minderjährige Schülerinnen einen Niqab getragen hatten. Sie konnten durch Gespräche bewegt werden, ihn abzulegen. Die CDU befürchtet laut HAZ nun, dass Belm zum Präzedenzfall werden könnte. Stefan Politze (SPD) hingegen lobte im Ausschuss das besonnene, abgestufte Handeln der Schule „im Sinne des Kinder“.

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