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„Wir brauchen das Gegenteil von CETA und TTIP“

Eine neue Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) dürfte Wasser auf den Mühlen der Gegner der geplanten Freihandelsabkommen TTIP (EU-USA) und CETA (EU-Kanada) sein. Der Freihandel habe seit 1960 nicht zu mehr Wachstum geführt, so der Forscher Leon Podkaminer laut einem Bericht in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ [1]. Er widerspricht damit dem Mainstream in der Wirtschaftswissenschaft.

„Die Fakten stützen die Mainstreamsicht nicht“, so Podkaminer. Die Modelle vieler Forscher, die dem Freihandel große Wachstumseffekte zuschreiben, seien mit der Realität nicht vereinbar und fußten auf falschen Annahmen. Die „Schattenseiten“ der Globalisierung glichen die durchaus vorhandenen positiven Aspekte des Freihandels mehr als aus, so führe der zunehmende Abbau von Grenzen für Güter und Kapital zu Ungleichgewichten und drücke die Löhne.

Podkaminer zeigt in seiner Studie [2] auf, dass das Pro-Kopf-Wachstum der Weltwirtschaft seit den 1960er-Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist. Gleichzeitig sei die wirtschaftliche Integration stark vorangetrieben worden. In einer statistischen Analyse findet er keinen positiven Zusammenhang zwischen Welthandel und Wirtschaftswachstum.

Zum oft als Erfolgsbeispiel genannten Aufstieg Chinas meint Podkaminer, das Reich der Mitte sei nur auf Kosten der westlichen Welt gewachsen. Aber auch dort sei das Wachstum in der Folge zurückgegangen und die Arbeitslosigkeit gestiegen.

Die Schlussfolgerung des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw):

„Wir brauchen das Gegenteil von CETA und TTIP. Noch mehr Freiheiten führen zu noch mehr Volatilität.“

Die Kapitalflüsse müssten wieder global steuerbar werden – so wie im Bretton-Woods-System bis in die 1970er-Jahre. Bis dahin haben viele Länder ihre Währung an den Wert von Dollar und Gold gekoppelt.


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