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Im Gegensatz zu Andersens Märchen wird heutzutage die Verbreitung der Erkenntnis, dass der Kaiser nackt ist, durch politische und moralische Ächtung bedroht. Jedes Abweichen vom Dogma wird mit rechtem Gedankengut in Verbindung gesetzt und entsprechend stigmatisiert.

Von Axel Retz

Das irakische Mossul wird gerade unter der Führung der USA in Schutt und Asche gebombt befreit, während syrische und russische Militärs in Aleppo menschenverachtende Bombardierungen durchführen. Kranker geht‘s wohl kaum noch bei der Berichterstattung. Dumm nur, dass immer mehr Menschen diese Gehirnwäsche durchschauen. Nicht Krieg, nicht Entdemoktratisierung, nicht die Herrschaft der Großkonzerne, nicht Bevormundung will das „dumme“ Volk. Sondern Schluss mit all diesem Spuk!

In fast jedem Erwachsenen – in Männern angeblich viel häufiger als in Frauen – steckt ein Kind. Und Kinder lieben Märchen. Anders wäre es kaum zu erklären, dass so viele Erwachsene allabendlich als Gutenachtgeschichte die Tagesschau, das heute journal oder Ähnliches konsumieren. Claus Kleber singt sie sozusagen in den Schlaf.

Als ich noch ein TV-Gerät besaß, waren mir Märchen auch das mit Abstand Liebste des Dargebotenen. Allerdings die, die am Sonntagmittag um 12:00 Uhr im KiKA liefen. Hatte ich meinen Sonntagsbraten früh am Morgen mit der Niedrigtemperaturmethode in die Röhre gestellt, war es eigentlich immer recht egal, ob man eine Stunde früher oder später aß, abgesehen natürlich von Fleisch, bei dem es wirklich auf die opti- male Kerntemperatur ankam. Ein äußerlich rundum höchst attraktives Roastbeef, dessen innere Werte den Saftgehalt einer ägyptischen Mumie haben, ist halt nicht jedermanns Topp-Delikatesse. Und meine schon einmal gar nicht.

Eines meiner Lieblingsmärchen ist Hans Christian Andersens „Des Kaisers neue Kleider“, erschienen zuerst am 7. April 1837. Wikipedia fasst den Inhalt so zusammen:

„Das Märchen handelt von einem Kaiser, der sich von zwei Betrügern für viel Geld neue Gewänder weben lässt. Diese machen ihm vor, die Kleider seien nicht gewöhnlich, sondern könnten nur von Personen gesehen werden, die ihres Amts würdig und nicht dumm seien. Tatsächlich geben die Betrüger nur vor, zu weben und dem Kaiser die Kleider zu überreichen.

Aus Eitelkeit und innerer Unsicherheit erwähnt er nicht, dass er die Kleider selbst auch nicht sehen kann und auch die Menschen, denen er seine neuen Gewänder präsentiert, geben Begeisterung über die scheinbar schönen Stoffe vor. Der Schwindel fliegt erst bei einem Festumzug auf, als ein Kind sagt, der Kaiser habe gar keine Kleider an, diese Aussage sich in der Menge verbreitete und dies zuletzt das ganze Volk rief. Der Kaiser erkannte, dass das Volk recht zu haben schien, entschied sich aber, „auszuhalten“ und er und der Hofstaat setzen die Parade fort.“

Auch heute gibt es eine Menge an Offenkundigem, das sich jedem halbwegs informierten Zeitgenossen erschließt, aber aus vielerlei Gründen nicht thematisiert werden darf. Der König (bzw. „die Königin“) kennt diese Wahrheiten, der Hofstaat kennt sie und große Teile des Volkes ebenfalls. Aber die Parade wird munter fortgesetzt.

Im Gegensatz zu Andersens Märchen wird heutzutage die Verbreitung der Erkenntnis, dass der Kaiser nackt ist, durch soziale, politische und moralische Ächtung bedroht. Jedes Abweichen vom pseudohumanistischen Dogma, vom Multikulti-Glaubenssatz, vom Genderwahn oder vom längst überkommen geglaubten Schwarzweiß- bzw. Freund-/Feinddenken wird mit Querulantentum, Staatsfeindlichkeit, Fremdenhass, Rückwärtsgewandtheit oder rechtem Gedankengut in Verbindung gesetzt und entsprechend stigmatisiert.

Dass es mit der sgn. Integration der Flüchtlinge (heute Oberbegriff für einfach jeden, der ins Land kommt) de facto vielleicht doch nicht so einfach ist wie uns tagtäglich vorgespielt, dafür möchte ich Ihnen nun drei Beispiele von ganz unterschiedlichen Seiten geben. Volker Becks (DIE GRÜNEN) Empfehlung an die Deutschen, doch bitteschön arabisch zu lernen, lasse ich dabei mal außen vor. In den „sozialen Medien“ gab‘s dafür schon Prügel genug für ihn.

  1. Mit Start am 01. August hatte Bundesarbeitsministerin Nahles (SPD) ein Programm auf den Weg gebracht, 100.000 neue Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge zu schaffen, um es den Zuwanderern zu ermöglichen, den deutschen Arbeitsmarkt kennenzulernen. 75 Millionen Euro hatte der Bundesfinanzminister dafür locker gemacht.

Beantragt wurden von diesen vor drei Monaten offerierten 100.000 Jobs von den Flüchtlingen bis jetzt 739 oder anders ausgedrückt: 99,26 Prozent der Jobs sind noch zu haben.

Ernüchternd, klar. Aber mal ehrlich: Was hatte man im Berliner Wolkenkuckucksheim denn erwartet? Warum sollte jemand für einen Euro pro Stunde (real 0,80 Euro) arbeiten, wenn ihm auch ohne diese Mühen eine Vollversorgung angedeiht und das „Gastland“ einfach alles bezahlt – bis hin zum berühmt gewordenen Fall des mit vier Frauen und 23 Kindern eingereisten Syrers? Würden Sie dann für 6,40 Euro am Tag malochen gehen? Ich schon – wenn ich wirklich vorhätte, mich im Zuwanderungsland zu integrieren und einen guten Job zu finden. Sonst nicht.

  1. Sigrid Meierhofer, Bürgermeisterin des bekannten Ski-Orts Garmisch-Partenkirchen, sandte der Bayerischen Staatsregierung in dieser Woche einen Brandbrief. Grund: Die zunehmende Randale im Ort, ausgelöst vornehmlich durch schwarzafrikanische Flüchtlinge, die nun in der Erstaufnahmeeinrichtung dort bei weitem in der Überzahl sind.

Ernüchternd auch das. Immerhin aber bestätigt es meine hier im Newsletter vor einigen Wochen veröffentlichte Einschätzung, dass statt „Syrern“ – welcher tatsächlicher Nationalität auch immer – jetzt vermehrt Schwarzafrikaner nach Europa kommen – und dass die offiziellen Zuwanderungszahlen kaum stimmen können.

  1. Der zweifellos etwas „betrüblichen“ Resonanz der Bundesregierung und der Bürgermeisterin von Garmisch- Partenkichen folgt nun ein drittes Statement. Es kommt von „Conne-Island“, einer schon lange bestehenden Lokalität der klar linksorientierten Antifa-Hochburg in Leipzig. Von Menschen also, die mit (teils finanziell von Bund bzw. Land unterstützt) ganz vorne gegen Pegida, AfD etc. vorgehen und mit Katrin Göring-Eckardts (DIE GRÜNEN) euphorischem „Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt“ nun ihre eigenen Erfahrungen machen durften bzw. mussten.

Es ist Conne-Island in der Tat hoch anzurechnen, dass die Verantwortlichen ihre ernüchternden Erfahrungen jetzt einmal publik gemacht haben!

Dass der Begriff der seit Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchliche und zuerst von konservativen Katholiken benutzte Begriff der „Lügenpresse“ heute in den neuen Bundesländern viel extensiver genutzt wird als im Westen, dürfte einen guten Grund haben:

Während Menschen wie beispielsweise ich sozusagen mit der unverrückbaren Gewissheit groß geworden sind, in einer Tagesschau, einer FAZ oder einer DIE WELT objektiv, ehrlich und umfassend über das politische Weltgeschehen aufgeklärt zu werden (was nie so war), wuchsen die Bürger der ehemaligen DDR mit der Aufgabe heran, in dem ihnen von den Medien Präsentierten wie bei der Nadel im Heuhaufen nach einem vielleicht doch noch auf findbaren Stückchen Wahrheit zu suchen.

Die Bürger der neuen Bundesländer sind dem über Jahrzehnte hinweg unkritischen, westlichen Medienkonsumenten in diesem Bereich vermutlich ein gutes Stück voraus, zumindest aber sensibilisierter für ein Problembewusstsein, das in den alten Bundesländern erst seit rund zwei Jahren Einzug in die Köpfe hält, sich jetzt aber immer schneller, sogar rasant auszubreiten scheint.

Quelle