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Der angepeilte Klimaschutzplan, der bis 2050 eine 95%ige Dekarbonisierung der Wirtschaft vorsieht, bedeutet nichts weniger als das Ende Deutschlands als Industrienation. Das scheint auch
von der Politik so gewollt.

von Andrea Andomidas

Die Unterschiede könnten größer nicht sein: Während beim jüngsten G20 Gipfel ein einmütiges Bekenntnis zu Wachstum und Fortschritt bekundet wurde, schwappt über Deutschland eine neue Welle der Dekarbonisierung, verbunden mit absurden Forderungen des berüchtigten Club of Rome.

„Was für ein Unsinn!“ entfuhr es selbst dem Spiegel, als der Autor des neuen Berichts vorschlug, die Industriestaaten sollten nicht nur auf Wachstum verzichten, sondern sollten jetzt auch ihre Frauen mit höheren Geldsummen locken, höchstens ein Kind in die Welt zu setzen, denn alle unsere Probleme kämen von der rasanten Vermehrung der Menschen.

Der angepeilte Klimaschutzplan 2050, der bis zu diesem Datum eine 95% ige Dekarbonisierung der Wirtschaft vorsieht, wurde jetzt selbst vom Wirtschaftsrat als ein Horrorkatalog für die Industrie bezeichnet und rundweg abgelehnt.

Das Ende Deutschlands als Industrienation

Nachdem die Vorgaben für die Agora-Energiewende bisher leider weitestgehend von allen Teilen der Industrie akzeptiert wurden, fängt man jetzt offenbar an zu begreifen, dass das lediglich ein bescheidener Anfang war und dass weitere Wellen sogenannter Dekarbonisierung vor uns liegen, was, sollten diese Pläne vollzogen werden, nichts weniger bedeuten würde als das Ende Deutschlands als Industrienation.

Der Agora- Energiewende soll jetzt die Agora- Verkehrswende folgen. Dem Ausstieg aus der Kernenergie soll der Ausstieg aus konventionellen Kraftwerken folgen. Gleichzeitig soll der Verkehrssektor in naher Zukunft auf Verbrennungsmotoren verzichten, dann sollen Gas – und Ölheizungen in Neubauten verboten werden. Darüber hinaus wird die Halbierung des Fleischkonsums gefordert und die Einstellung jeglichen Exports von Nahrungsmitteln.

Man fühlt sich unwiderstehlich an das Zitat Jean Claude Junckers vom 27. Dezember 1999 erinnert: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter—Schritt für Schritt, bis es kein zurück mehr
gibt.“

Deswegen ist es lebenswichtig zu begreifen : wer will das, wer plant das, wer finanziert das?

Deutschland scheint zum Versuchsfeld für das „Experiment Transformation“, geworden zu sein wie es vom WBGU beschrieben wurde. Deshalb gibt es nach der Agora- Energiewende nun die kürzlich gegründete Agora-Verkehrswende. In der Verlautbarung dazu heißt es: „ Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit zentralen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die notwendigen Grundlagen für eine umfassende Klimaschutzstrategie für den Verkehrssektor in Deutschland bis hin zu seiner vollständigen Dekarbonisierung zu erarbeiten.“

Zum Ratsvorsitzenden ernannte man Achim Steiner, einen Mann mit Verbindungen zu entsprechenden diplomatischen Kreisen und zur Finanzwelt der Milliardärs-Stiftungen und Hedgefonds, die, wie eine offizielle Untersuchung des amerikanischen Senats im Juli 2014 darlegte, alle möglichen Umweltschutzaktionen weltweit finanzieren. Dazu gehören in Deutschland auch die Mercator-Stiftung und vor allem die dafür schon bekannte European Climate Foundation, die jetzt gemeinsam das Projekt Agora-Verkehrswende tragen.

Schon 2009, als noch wenige überhaupt eine Vorstellung des monströsen Begriffs „Dekarbonisierung“ hatten, finanzierte die European Climate Foundation schon ( nach eigenen Angaben) Aktionen von BUND, Klima-Allianz, Deutsche Umwelthilfe und Campact eV. gegen konventionelle Kohlekraftwerke in Deutschland.

Um sich seiner neuen Aufgabe widmen zu können, gab Achim Steiner seinen Posten als Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen und als Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in Nairobi auf. Dort hatte er 2006 dieses Amt als Nachfolger von Dr.Töpfer übernommen und zehn Jahre geleitet.

Zuvor hatte er von Maritta Rogalla von Bieberstein Koch-Weser für fünf Jahre den Direktorposten des legendären britischen Umweltclubs IUCN übernommen ( International Union for the Conservation
of Nature) aus dessen Schoß einst der WWF hervorging.

Ein vielleicht nebensächliches aber pikantes Detail ist die Tatsache, dass Frau von Bieberstein Koch-Weser in der Gründungsphase des radikal-ökologischen Vereins Campact.de eine Beraterfunktion inne hatte und verheiratet ist mit Kaio Koch-Weser, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der European Climate Foundation, Berater der Deutschen Bank und ehemaliger Vize und geschäftsführender Direktor der Weltbank. Wie Caio Koch-Weser ist auch Steiner ein Experte für „Green Economy“ and „Green Finance“ und wird als solcher ab 1. September außerdem den Posten des Direktors der Oxford Martin School einnehmen, aus deren Reihen auch der berüchtigte „ Stern-Report“ des Lord Nicholas Stern kam.

Wieso nun ist gerade Deutschland die Zielscheibe? Erstens wohl, weil die Energiewende trotz unüberwindlicher Probleme widerspruchslos geschluckt wurde. Zweitens aber, weil eine Dekarbonisierung ( sprich Deindustrialisierung ) Deutschlands dem von der Deutschen Bank, der Weltbank und anderen Institutionen schon lange verfolgten Plan zum Umbau der Weltwirtschaft in eine „ Green Economy“ als Beispiel dient.

Ein Blick auf die vom WBGU entworfene Ökodiktatur als auch ein Blick auf den traurigen Zustand der Deutschen Bank wirft die Frage auf: Wieso wollen wir unbedingt auf der Seite der Barbaren und der Verlierer sein? Die Deutsche Bank ist, seit sie die Industrieorientierung zugunsten reiner Geldmacherei aufgab, mit ihrer „ Green Economy“ auf dem besten Weg, zum Notfall zu werden.

Angesichts des enormen Entwicklungswillens, der besonders durch Chinas Konzept einer „Win Win“-Strategie im Rahmen des „ One Belt-one Road“-Konzepts weltweite Anziehungskraft ausübt, ist schwer vorstellbar, dass dieser Nullwachstumsunsinn außerhalb der Grenzen Deutschlands irgendeine Attraktivität genießt. Schließen wir uns lieber rechtzeitig diesem Ruf nach Entwicklung und Wachstum an. Nur so können wir sicher stellen, dass nicht auch die deutsche Wirtschaft zum Notfall wird.